
Caritas begrüßt Lockerung bei Besuchen in Pflegeheimen
Wir müssen das Virus isolieren, nicht die Menschen, die unter den Folgen der Corona-Krise leiden.
Mit diesen Worten hat Caritas-Präsident Michael Landau am Dienstag die Ankündigung der Regierung begrüßt, eine Lockerung der strengen Besuchsverbote in Pflege- und Altersheimen vorzusehen. Er äußerte sich auf seinem Twitter-Kanal.
Seit rund drei Wochen gelten in Alters- und Pflegeheimen wegen der Coronakrise zum Teil rigorose Besuchsverbote. Gesundheitsminister Rudolf Anschober hatte am Dienstag im Ö1-Morgenjournal nach einem Gespräch mit den Sozialreferenten der Länder eine Lockerung in Aussicht gestellt. Vom Ministerium sollen "in den nächsten Tagen Empfehlungen erarbeitet" werden. Es sei ein "gemeinsames Suchen mit den Ländern", welche Maßnahmen - wie etwa Besuchszimmer oder Besucherboxen - möglich sind, um einen gesicherten Kontakt zu gewährleisten. Dabei stehe aber weiter die "Sicherheit im Mittelpunkt", so der Minister.
Es müsse um beides gehen, erklärte Caritas-Präsident Landau dazu:
Wir müssen den erfolgreichen Weg mit geringen Infektionszahlen beibehalten und gleichzeitig verhindern, dass gesundheitliche Folgen aus der Isolation erwachsen.
Ein behutsames Hochfahren des Landes bedeutet, auch auf alte Menschen nicht zu vergessen, so der Caritas-Chef. Sein Dank gelte dem Bund wie auch den Ländern, "wenn sie nun gemeinsam klare und einheitliche Regelungen festlegen, wie die aktuellen Besuchsverbote in Pflegewohnhäusern gelockert werden können".
Diakonie für klare Regelungen
Auch die evangelische Diakonie hat in einer Aussendung die angekündigten Lockerungen bei den Besuchsverboten in Pflegeeinrichtungen begrüßt, "da die Menschen unter der Isolation und den Besuchsverboten sehr leiden", wie Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser sagte: "Für diese Lockerungen der Besuchsverbote in den Altenheimen ist es sehr wichtig, dass vonseiten der Politik und der Behörden genaue und klare Regelungen festgelegt werden."
Die Entscheidung, in welchem Ausmaß und in welcher Form Besuche möglich sind, könne nicht an die einzelnen Einrichtungen für Menschen im Alter delegiert werden. Sie dürften in dieser neuen Situation sich nicht selbst überlassen werden, sondern sie bräuchten klare Vorgaben, die sie an ihre Klienten und Angehörigen weitergeben können. Von welcher Ebene diese Vorgaben kommen - ob von Bund oder von den Ländern - sei ebenfalls eine Entscheidung, die von der Politik zu treffen ist", wies Moser hin.
Quelle: kathpress