"Lange Nacht" startet mit bundesweitem Glockengeläut
615 Kirchen vom Arlberg bis zum Neusiedlersee öffnen ihre Türen und die Bischöfe stellen sich verschiedenen Diskussionen
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Wien, 01.06.12 (KAP) Mit einem österreichweiten Glockengeläut vom Arlberg bis zum Neusiedlersee wird am Freitag, 1. Juni, kurz vor 18 Uhr die diesjährige "Lange Nacht der Kirchen" eröffnet. 615 Kirchen in ganz Österreich laden im Anschluss zu einem bunten Programm. Die Themenvielfalt bei den rund 2.600 Veranstaltungen reicht von Diskussionen über Ausstellungen, Führungen, Konzerte und Lesungen bis zu Gottesdiensten und anderen spirituellen Angeboten. Spezielle Programmpunkte gibt es auch für Kinder. An der Initiative sind alle 16 im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) vertretenen Kirchen beteiligt.
Der Vorsitzende des Ökumenischen Rates, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, betonte im Blick auf den Veranstaltungsreigen, die "Lange Nacht der Kirchen" bedeute "für viele ein erstes Herantasten an das Kirchengebäude und für andere ein 'Neu-sehen-Lernen'".
Für den Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn ist die "Lange Nacht" auch ein Weg zum Glauben: "Unsere Kirchentüren stehen weit offen und laden ein zum Schauen und zum stillen Gebet. Öffnen wir daher auch unsere Herzen und folgen dieser herzlichen Einladung, um Christus näher kennenzulernen."
In der Erzdiözese Wien nehmen mehr als 160 Kirchen an der Initiative teil, in der Diözese Linz 100, in der Steiermark und in Tirol jeweils rund 75, in Kärnten 61, in der Erzdiözese Salzburg 55 und in den Diözese St. Pölten und Eisenstadt jeweils um die 45.
Die Eröffnungsfeier der Wiener "Langen Nacht 2012" findet in der griechisch-orthodoxen Kathedrale am Fleischmarkt um 18 Uhr statt. Gemeinsam mit dem Metropoliten von Austria, Erzbischof Arsenios (Karadamakis), werden Vertreter der christlichen Kirchen in Wien die Großveranstaltung mit einem gemeinsamen Gebet eröffnen. Metropolit Arsenios betont in seiner Einladung zum Gottesdienst, dass die "Lange Nacht" ein sehr guten Anlass sei, "den Menschen in aller Offenheit und Bereitschaft ein gemeinsames christliches Zeugnis anzubieten. Damit können wir den Tausenden interessierten Menschen zeigen, dass es sich auch in unserer krisengeschüttelten Zeit lohnt, Christ zu sein."
Bischöfe stellen sich der Diskussion
Kardinal Christoph Schönborn wird gleich bei zwei Diskussionen im Einsatz sein. In der Pfarre Hinterbrühl stellt er sich dem Thema "Kirche - unterwegs wohin?". Im Gespräch mit Heinz Nußbaumer spricht der Wiener Erzbischof ab 19.30 Uhr über die aktuelle Situation der Kirche und ihren Weg in die Zukunft. In der Pfarre St. Johann Evangelist (1100 Wien, Keplerplatz) wird der Kardinal im Anschluss ab ca. 22 Uhr mit dem EU-Parlamentarier Hannes Swoboda und Staatssekretär Sebastian Kurz zum Thema "Zusammenleben der Kulturen in Favoriten" diskutieren.
Zum Thema "Als Christ in der Politik" diskutiert in der Pfarre Rodaun (1230 Wien, Schreckgasse 19) der Generalsekretär der österreichischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, u.a. mit Stefan Wallner, Bundesgeschäftsführer der Grünen und Ex-Generalsekretär der Caritas. Weiters nehmen der niederösterreichische Landtagsabgeordnete Lukas Mandl (VP) und der Wiener Landtagsabgeordnete Petr Baxant (SP) an der Veranstaltung teil. Baxant ist der Neffe des Leitmeritzer Bischofs Jan Baxant.
In Graz wird die "Lange Nacht" erstmals mit einer interreligiösen Veranstaltung in der Grazer Synagoge eröffnet. Das bunte Programm in Graz sieht weiters u.a. eine nächtliche Führung durch den Bischofshof mit Bischof Egon Kapellari vor. Der Wiener emeritierte Weihbischof Helmut Krätzl diskutiert in der Grazer Stadtpfarrkirche zum Thema "50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil".
In Klagenfurt können Interessierte in der Dompfarre ab 20 Uhr unter dem Motto "Brenn.Punkt" mit Bischof Alois Schwarz am Lagerfeuer über brennende Glaubensfragen diskutieren.
Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer lädt gemeinsam mit Caritasdirektor Georg Schärmer ab 22 Uhr in den Jakobsdom zu einem Nachtgespräch zum Thema "Himmelschreiender Hunger".
Auch viele heimische Klöster und Stifte öffnen wieder ihre Pforten: Die Programmvielfalt reicht vom Vermitteln der Tradition und Spiritualität der Ost- wie der Westkirche bei einem Orgelkonzert und einer nächtlicher Wanderung durch die Klosteranlage des Stiftes Geras bis zu Biblischen Snacks, Theaterspiel und Gospellieder zum Mitsingen im Stift Klosterneuburg.
Im Jahr 2011 besuchten trotz teils schwerem Regen in 715 Kirchen in ganz Österreich mehr als 310.000 Menschen die 3.300 Programmpunkte.
Info: www.langenachtderkirchen.at