Scharfe Kritik an neuem Bluttest für Schwangere
In Österreich soll im Juli Test zur möglichen Erkennung von Down-Syndrom bei Ungeborenen auf Markt kommen
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Wien, 13.06.2012 (KAP) Die "Aktion Leben" übt scharfe Kritik an einem neuen Bluttest für Schwangere, mit dem sich bei ungeborenen Kindern das Down-Syndrom erkennen lässt. Der neue Test setze Eltern unter Druck, ein perfektes Kind zur Welt zu bringen, kritisierte "Aktion Leben"-Präsidentin Gertraude Steindl in einer Aussendung. Bereits jetzt kämen 90 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom nicht zur Welt. "Aktion Leben" befürchtet, dass die Zahl von Abtreibungen durch den Bluttest steigen wird.
Der molekulargenetische Test, der mit großer Wahrscheinlichkeit nachweisen können soll, ob das Kind eine Behinderung wie "Trisomie 21" in sich trägt, wird in Kürze in Österreich, Deutschland und der Schweiz verfügbar sein. Die deutsche Herstellerfirma peilt die Markteinführung für Juli an.
Befürworter des Tests argumentieren, dass durch die neue Methode für Ungeborene riskante Fruchtwasseruntersuchungen ersetzen könne und Ziel des neuen Verfahrens nicht Abtreibungen, sondern frühzeitige medizinische Hilfe sei. Für "Aktion Leben" überwiegen jedoch die Nachteile. Der Test nötige Eltern "eine Entscheidung ab, die individuell getroffen werden muss, aber nicht mehr in der Autonomie des Einzelnen liegt, weil die Folgen von der Gesellschaft als Ganze getragen werden müssen", warnte Steindl. Schwangere würden allein durch die Möglichkeit unter Druck gesetzt, sich testen zu lassen und bei einem auffälligen Befund auch einen Schwangerschaftsabbruch einzuleiten.
In Deutschland soll der Bluttest nach Markteinführung 1.400 Euro kosten, die - zumindest vorerst - nicht von den Krankenkassen übernommen werden. "Eltern, die so viel Geld für einen Test ausgeben, möchten die Gewissheit, ein Kind ohne Behinderung zu bekommen", so Steindl.