Eurokrise: Nicht die Hilfe für die Ärmsten vergessen
Caritas-Präsident: Europäische Solidarität darf nicht nur Banken- und Euro-Rettung umfassen
Image (img2) invalid or missing |
|
Linz, 15.06.2012 (KAP) Caritas-Präsident Franz Küberl hat an die Politik appelliert, wegen der Eurokrise nicht auf Maßnahmen für eine europaweite Solidarität mit armen und sozial benachteiligten Menschen zu vergessen. Die Europäische Union sei zwar ein "politisches Meisterwerk", wichtig wäre aber jetzt, "dass sie auch eine Solidaritätsunion ist", sagte Küberl bei einem Hintergrundgespräch des "Oberösterreichischen Journalistenforums" am Mittwoch in Linz. Derzeit gehe es nur um Solidarität in Form des Euro-Rettungsschirms, die "Sorge um die Menschen" würde jedoch ausgeklammert, kritisierte Küberl: "Wir müssen aufpassen, dass wir unter Solidarität nicht nur die Rettung der Banken verstehen, sondern die Hilfe für die Ärmsten."
Küberl verwies auf die aktuell hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen EU-Ländern. Eine große Zahl junger Menschen stünde "im Wartesaal des Lebens". Die damit verbundene Perspektivlosigkeit, Verunsicherung und Verarmung stelle Europa vor eine enorme Herausforderung. Der Caritas-Präsident hob hervor, dass Armut auch durch verschiedene wirtschaftliche Vorgänge verursacht werde. Die einzelnen EU-Staaten müssten sich auch stärker dafür interessieren, "wie denn der jeweilige Nachbar Sozialpolitik macht", so Küberl.
Der oberösterreichische Caritasdirektor Mathias Mühlberger betonte beim Gespräch seine Hoffnung, "dass es in der EU jetzt keinen Rückwärtsgang gibt, was das Gemeinsame betrifft". Situationen, in denen die Hälfte der Jugendlichen keinen Arbeitsplatz hätten, die Zahl obdachloser Menschen zunehme und die Gesundheitsversorgung nicht gesichert sei, könnten nicht als "Gesundsparen" bezeichnet werden.