"Einfühlungsvermögen ist Voraussetzung für Lehrerberuf"
St. Pöltener Bischof bei Abschlussgottesdienst der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems
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St. Pölten, 27.06.2012 (KAP) Verständnis für Kinder und Jugendliche sowie die Bereitschaft und Fähigkeit, auf sie einzugehen, sind neben sachlichen Kenntnissen die absolute Grundvoraussetzung für Lehrer. Das hat der St. Pöltener Bischof Klaus Küng am Dienstag beim Abschlussgottesdienst des Studienjahres der "Kirchlich-Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien-Krems" betont. Lehrer müssten Bezugspersonen für Schüler sein, so der Bischof. Auch sollten sich Lehrer - ebenso wie alle Menschen - ihrer spirituellen Quelle bewusst sein und "diese Quelle im Herzen tragen".
KPH-Rektor Michael Wagner verwies bei der anschließenden Graduierungsfeier auf die sich wandelnden Kommunikationsformen. Aufgrund des technischen Fortschritts gebe es keine "Lehrenden" mehr, sondern nur noch "Lernende": Die "Idee von der Allwissenheit" der Lehrer sei vorbei, so Wagner. Stattdessen gebe es einen Lernprozess, bei dem auch Schüler vermitteln könnten. Dies stelle auch neue Anforderungen an das Bildungssystem. Heute seien "Kompetenzen aller Art" gefragt; es müsse ein "individualisierter Lernfortschritt" ermöglicht werden.
Im Rahmen der Feier in Krems erhielten rund 60 Studierende ihre Abschlussdekrete. Derzeit werden an der KPH Krems rund 630 Studierende zu Pflichtschullehrern ausgebildet, im kommenden Herbst sollen es laut Aussendung rund 800 sein. Die KPH verwies darauf, dass es weiter Bedarf an Religionslehrern gebe, da "in den nächsten Jahren eine Pensionierungswelle bei Pädagogen" anstehe.