Hitzewelle: Abkühlung in den Kirchen Wiens
Gegen Spitzentemperaturen im Sommer ist die Michaelerkirche mit 21 Grad ein angenehmer Zufluchtsort - Wem das noch immer zu heiß ist, sollte nach Mariazell pilgern
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Wien, 02.07.2012 (KAP) Kirchen sind Orte des Gottesdienstes, der Stille, des Gebets, der Entschleunigung und der Abkühlung. Vor allem letzteres wird bei Kirchenbesuchern in Wien in diesen Tagen besonders geschätzt, nachdem das Wochenende mit 37,7 Grad am Samstag in der Wiener Innenstadt den heißesten Junitag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gebracht hat. Mit gemessenen 26 Grad bietet der Stephansdom eine spürbare Abkühlung, liegt aber nach einer am Montag von "Kathpress" durchgeführten Umfrage bei den Kirchen der Wiener Innenstadt im Spitzenfeld. Als coolstes Gotteshaus hat sich wieder die Michaelerkirche empfohlen, wo zu Mittag 21 Grad gemessen werden, in der Gruft ist es nochmals um 10 Grad kühler.
Unweit davon bietet die Augustinerkirche 22 Grad. Der kühle Kirchenraum der ehemaligen kaiserlichen und königlichen Hofpfarrkirche lädt nicht nur Beter sondern auch Touristen zum Bleiben ein. Ein ähnliches Szenario bietet die Karlskirche mit ebenfalls 23 Grad am späten Vormittag.
Die Kirche Maria am Gestade ist schon um ein Grad wärmer und trotzdem noch eine willkommene Abkühlung, ebenso die Votivkirche. Im Winter gilt der "Ringstraßendom" - bei eingefrorenem Weihwasser - als kälteste Kirche Wiens. Im Sommer liegt die Votivkirche im oberen Mittelfeld: 25 Grad wurden etwa am Sonntag gemessen.
Dom wird morgens "durchlüftet"
Wenn sich an Sommernachmittagen in Wien der Stephansplatz zu einem sommerlichen Backofen verwandelt, können Kühlung-Suchende im Stephansdom - leider - auf weniger Erfrischung als in anderen Kirchen hoffen. "Durch die großen Fensterflächen und die Tausenden Besucher ist der Dom relativ warm", so der Direktor der Domsakristei, Georg Rejda. Tatsächlich bringt er es am heutigen Montagmittag bereits auf 26 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Um der Hitze und Schwüle etwas entgegenzuwirken, wird der Dom jeden Tag durchlüftet: "Um halb sechs Uhr morgens öffnen wir alle Tore des Doms, so Rejda, der andere Geheimtipps für wirkliche Abkühlung im Stephansdom kennt: die Krypta mit 18 Grad und die Katakomben mit "eisigen" 10 Grad.
Wem die Wiener Kirchen nicht kühl genug ist, sollte den Weg in das "spirituelle Herz" Österreichs, nach Mariazell, antreten. 17,3 Grad wird am Montag in der Wallfahrtsbasilika gemessen, wo es am Vorplatz zu Mittag bereits über 30 Grad hat. Wenn den Pilgern nach dem langen Gebet im Marienwallfahrtsort zu kalt geworden ist, dann empfiehlt sich der nahe gelegene Erlaufsee als Aufwärmzone - mit reschen 21 Grad Wassertemperatur.