Wie die österreichischen Bischöfe urlauben...
Wanderfreudiger Innsbrucker Bischof unternimmt Fußwallfahrt zum Heimatort des NS-Märtyrers sowie Bergtouren - Gurker Bischof Schwarz mit anderen Priestern im Mühlviertel auf Kur - Linzer Bischof Schwarz macht jeden Sommer in einer Ordensgemeinschaft Urlaub
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Innsbruck-Klagenfurt-Linz (KAP) "Mit starkem Rückgrat": Unter diesem doppelsinnigen Motto sucht der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer heuer im August Erholung bei einer Fußwallfahrt "auf den Spuren von Franz und Franziska Jägerstätter". Gemeinsam mit der Salvatorianerschwester Melanie Wolfers führt der gebürtige Oberösterreicher von 22. bis 27. August eine Pilgerschar an, die vom Mondsee bis nach St. Radegund, dem Heimatort des von den Nazis ermordeten und von der Kirche selig gesprochenen Innviertler Bauern, auf Schusters Rappen unterwegs ist.
Jägerstätter, der aus Gewissensgründen den Dienst in der deutschen Wehrmacht verweigerte und dafür 1943 in Berlin enthauptet wurde, wird von Scheuer besonders verehrt. Als Postulator im 2007 abgeschlossenen Seligsprechungsprozess ist der Innsbrucker Bischof mit Leben und Gesinnung Jägerstätters besonders vertraut.
Märtyrer des Nationalsozialismus stehen auch im Zentrum einer weiteren Pilgerreise von 1. bis 6. September, bei der Scheuer die geistliche Leitung übernimmt. Die Reise "Auf den Spuren der Seligen Otto Neururer und Carl Lampert" führt nach Halle a.d. Saale, Berlin Plötzensee, Brandenburg a.d. Havel und Buchenwald.
"Natur läutert die Sinne"
"Ich habe nicht sehr viel Freizeit", antwortete Scheuer auf eine "Kathpress"-Rundfrage nach den Urlaubsplänen der österreichischen Bischöfe. Auch im Sommer nehme er viele Termine wahr - etwa die derzeit laufende Ökumenische Sommerakademie im Stift Kremsmünster oder eine Pastoralreise ab 20. Juli nach Rumänien. Zeit versuche er sich dennoch zu nehmen für Bewegung in der Natur: Die Natur verfüge über eine "faszinierende Schönheit", die Ästhetik und Erhabenheit der Berge wecke in ihm auch religiöse Gefühle. "Ich denke, die Natur läutert auch die Sinne", so der Bischof, in dessen Ferienkalender u.a. eine Bergtour im Pitztal steht: "Nicht die vielen Reize heilen letztlich die Seele, sondern das Kosten, das Verspüren der Schönheit, das Verweilen bei Einem, das Staunen vor einer Blume oder auch vor einem Gletscher."
Bergwandern habe für ihn auch mit der "positiven Annahme der eigenen Leiblichkeit" zu tun, erklärte der Bischof. Ohne sie gingen die Vitalität und die Lebensfreude verloren. "Eine abgestumpfte, leidenschaftslose, blutlose und kalte Beziehung zum eigenen Leib stumpft auch die Beziehung zu anderen und zu Gott ab", so Scheuer. Er empfiehlt nachdrücklich, auf den eigenen Körper zu hören - und sich zu bewegen: "Wer nicht geht, geht auf Dauer körperlich, psychisch und auch geistlich zugrunde. Tu deinem Leib Gutes durch Bewegung, Musik und Kunst oder auch durch ein gutes Essen." Gerade in Zeiten sommerlicher Erholung seien "Haltungen gefragt, die Freude an der Schöpfung und am Leben fördern", betonte der Bischof.
Gurker Bischof geht auf Kur
"In diesem Sommer erhole ich mich bei einer Kur im Kurhaus der Marienschwestern in Bad Kreuzen" im Mühlviertel, lautet die Antwort des Kärntner Bischofs Alois Schwarz auf die Frage nach seinen Urlaubsplänen. An diesem "Ort der geistlichen Atmosphäre" werde er Austausch mit anderen sich hier erholenden Priestern - darunter der Eisenstädter Altbischof Paul Iby - suchen.
"Wenn es die Zeit erlaubt", ist Bischof Schwarz zudem "mit Bekannten und Freunden auf der Flattnitz, um dort weite Wanderungen zu machen und die Natur in den Kärntner Bergen zu genießen" - wie es übrigens auch schon Joseph Ratzinger als Kurienkardinal tat. Abends schätze er das gemeinsame Gespräch und "dass man lange zusammensitzt, um über Dinge des Lebens zu sprechen, die im Arbeitsalltag zu kurz kommen".
Der reichhaltige Kultursommer in Kärnten ist für Schwarz "immer auch eine Zeit, um bei großen künstlerischen Ereignissen ein wenig durchatmen zu können". Ins Auge gefasste Veranstaltungen seien z. B. der Carinthische Sommer in Ossiach, der Gurker Spätsommer mit seinen "erstklassigen Konzerten" oder die Tage der Alten Musik beim September-Festival "Trigonale" in St. Veit und Umgebung. Auch einen Besuch der Salzburger Festspiele plant der Bischof. Spirituelle Höhepunkte der Ferienzeit seien eine Festmesse mit Kräutersegnung am Maria Himmelfahrtstag in Gurk und abends die traditionelle Schiffsprozession am Wörthersee.
Urlaub mit dem Bruder in Ordenshäusern
Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz macht jedes Jahr in einer Ordensgemeinschaft Urlaub. Er war bereits in mehreren oberösterreichischen Stiften und auch in diversen Häusern des Salesianerordens, dem er selbst angehört, zu Gast. Meist ist sein Bruder - ebenfalls Mitglied der Salesianer - mit ihm auf Urlaub, teilte die diözesane Pressestelle mit. "In der Natur und beim Lesen" könne er sich gut erholen, so der Linzer Bischof. Stets besichtigt er auch kunsthistorisch wertvolle Sehenswürdigkeiten in der Umgebung seines Ferienortes.
Jedes Jahr im Sommer hält Schwarz auch Exerzitien für Priester seiner Diözese - heuer von 20. bis 26. August. Den genauen Ort seiner Sommerfrische möchte Schwarz ebenso wie andere österreichische Bischöfe nicht der Öffentlichkeit bekanntgeben. Zur Erholung gehöre - so der Tenor - Privatsphäre abseits der medialen Aufmerksamkeit.