"Frauenhäuser sind lebensfördernde Einrichtung"
Katholische Frauen der Diözese St. Pölten empört über jüngsten Aussagen der Amstettener FPÖ-Stadträtin Kashofer zu Frauenhäusern
St. Pölten, 19.07.2012 (KAP) Die Katholische Frauenbewegung der Diözese St. Pölten hat sich empört über die jüngsten umstrittenen Aussagen der Amstettener FPÖ-Stadträtin Brigitte Kashofer zu Frauenhäusern gezeigt. "Frauenhäuser sind wichtige, lebensfördernde Einrichtungen, die hilfesuchenden Frauen und ihren Kindern Schutz und Unterstützung auf professioneller Ebene bieten", betonte die Frauenbewegung in einer Aussendung am Donnerstag.
Tags zuvor hatte die Politikerin auf der Website der Amstettener FPÖ erklärt, Frauenhäuser seien "an der nachhaltigen Zerstörung von Ehen und Partnerschaften maßgeblich beteiligt". Anlass war die Ablehnung der öffentliche Subventionierung des örtlichen Frauenhauses mit 8.000 Euro. Die Äußerungen hatten für breite Aufregung gesorgt. Daraufhin betonte die Bundes-FPÖ in einer Aussendung, man lehne Frauenhäuser als Institutionen nicht ab, im konkreten Fall sei es lediglich um die Finanzierung des Frauenhauses Amstetten gegangen.
Wie der "Standard" in seiner aktuellen Ausgabe (Donnerstag) berichtet, habe sich nach der Kritik Kashofers eine Betroffene an die Politikerin gewendet und ihren Fall einer von Gewalt geprägten Ehe geschildert. Der "Standard" zitierte aus der ihm vorliegenden Antwort der Politikerin. Darin heißt es: "Haben Sie sich überlegt, mit welchem Mann Sie eine Familie gründen? Oder bringt bei Ihnen die Kinder der Storch?"
Die St. Pöltener Frauenbewegung, die das Frauenhaus Amstetten aus Mitteln der "Missionskerzenaktion" unterstützt, betonte ihren Leitsatz, man stehe "vor allem Frauen in Not- und Gewaltsituationen in schwesterlicher Solidarität bei". Man werde dem Motto auch weiterhin folgen und "wenn notwendig, kritisch zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung nehmen".