Salzburg: Renovierung der Kollegienkirche schreitet voran
Spielort für mehrere Konzerte bei den Salzburger Festspielen - Altarweihe am 15. August durch Erzbischof Kothgasser
Image (img1) invalid or missing |
|
Salzburg, 20.07.2012 (KAP) Die Renovierung der Salzburger Kollegienkirche schreitet voran. Nachdem die sechs Jahre dauernde Außensanierung Ende des Vorjahres abgeschlossen wurde, wird derzeit das Innere des mehr als 300 Jahre alten, von Bernhard Fischer von Erlach erbauten Gotteshauses saniert. Wichtige Sanierungsetappen im Kircheninneren konnten nun rechtzeitig zum Beginn der Salzburger Festspiele beendet werden, wie die "Salzburger Nachrichten" am Freitag berichten. So wurde u.a. die Kuppelsanierung abgeschlossen und wichtige Seitenaltäre gereinigt.
Besucher können sich noch bis 15. August einen Eindruck vom Fortschreiten der Sanierungsarbeiten machen: so etwa bei einem der fünf Konzerte im Rahmen der Salzburger Festspiele oder bei der Weihe des neuen Altars durch Erzbischof Alois Kothgasser am 15. August (15.30 Uhr). Nach der Weihe wird die Kollegienkirche für die Öffentlichkeit bis zur geplanten Fertigstellung aller Arbeiten im Juli 2013 erneut gesperrt.
Die Salzburger Festspiele nutzen die Kirche u.a. für ihre "Ouverture spirituelle". So werden unter dem Titel "A Cappella" am Samstag, 21. Juli, ab 20.30 Uhr unter dem Stardirigenten Sir John Eliot Gardiner Werke von Thomas Tallis, William Byrd, Robert White, Peter Philips und Thomas Tomkins zu hören sein.
Im Rahmen der Reihe "Salzburg contemporary" wird die Kollegienkirche darüber hinaus zum Aufführungsort zeitgenössischer Werke u.a. von Witold Lutoslawski, Heinz Holliger, Bernd Alois Zimmermann, Luciano Berio, Luigi Dallapiccola und anderen. Termine sind der 28. Juli, der 31. Juli, der 5. August und 10. August. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr. Detailinformationen zu den Konzerten unter www.salzburgerfestspiele.at.
Finanziert wird die umfangreiche Sanierung aus Mitteln der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die auch Eigentümerin der Kirche ist, der Erzdiözese Salzburg, dem World Monument Fund, dem Verein "Kulturerbe Salzburg" sowie aus Spenden. Die Außensanierung belief sich auf nahezu fünf Millionen Euro, die Kosten für die Innensanierung werden auf weitere rund 8,5 Millionen Euro geschätzt.
Die Kollegienkirche ist eines der wichtigsten Beispiele italienischen Hochbarocks nördlich der Alpen. Das Gotteshaus wurde 1694 als Universitätskirche nach Plänen Fischer von Erlachs erbaut. Während der napoleonischen Kriege wurde die Kirche enteignet, profaniert und als Lagerhalle verwendet. Im Anschluss verblieb der Bau im staatlichen Eigentum. Heute gehört sie der Bundesimmobiliengesellschaft der Republik Österreich.
1811 wurde die Kirche erneut geweiht und zur "Studienkirche" des späteren Akademischen Gymnasiums. Durch die Neugründung der Salzburger Paris-Lodron-Universität 1962 erlangte die Kollegienkirche wieder den Status einer Universitätskirche. Später wurde die Katholische Hochschulgemeinde bei der Kollegienkirche angesiedelt. 2008 errichtete Erzbischof Kothgasser eine Universitätspfarre und hob die Kollegienkirche in den Rang einer Pfarrkirche.