"'Der' Förderer der modernen österreichischen Kunst"
Wien, 14.2.07 (KAP) Als "den" Förderer der modernen österreichischen Kunst würdigte Wissenschaftsminister Johannes Hahn am Dienstagabend bei der Eröffnung der Wiener Ausstellung "Happy Birthday, Monsignore" den legendären Akademikerseelsorger Msgr. Otto Mauer. Das Wiener Dom- und Diözesanmuseum widmet Otto Mauer aus Anlass des 100. Jahrestages seiner Geburt (er wurde am 14. Februar 1907 geboren) eine Sonderausstellung. In der Ausstellung "Happy Birthday, Monsignore!" sind 100 Werke von 53 von Mauer entdeckten und geförderten Künstlern der österreichischen Avantgarde der Nachkriegszeit bis 2. Juni zu sehen. Das Wiener Dom- und Diözesanmuseum verwaltet die "Sammlung Mauer".
Vielen damals noch jungen und jetzt über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten Künstlerinnen und Künstlern habe Mauer in seiner "Galerie (nächst) St. Stephan" die notwendige Anerkennung und Bühne für ihre Werke gegeben, so Hahn. Er sei "im guten Sinn des Wortes ein Unbequemer" gewesen. "Ich würde mir wünschen, wir hätten auch heute mehr Persönlichkeiten, die sich mit lauter Stimme auch zu unangenehmen Themen zu Wort melden", sagte Hahn. Bedauern äußerte der Wissenschaftsminister auch darüber, dass es "offenbar typisch österreichisch" sei, markanten Persönlichkeiten erst lang nach ihrem Tod die ihnen gebührende Anerkennung zu erweisen.
Anekdotisches aus seiner frühen Bekanntschaft mit Otto Mauer erzählte der frühere Vizekanzler Erhard Busek, der in den siebziger Jahren an der Sanierung der "Galerie (nächst) St. Stephan" mitwirkte. Wer sich - wie er schon als Schüler und Student - für Kirche und geistiges Leben interessierte, habe an Mauer nicht vorübergehen können. Geist und Kunst bleibe weiterhin ein Projekt, dem sich die Kirche nicht entziehen kann, so Busek.
An der Vernissage im Dommuseum nahmen viele Persönlichkeiten des kirchlichen und kulturellen Lebens teil, unter ihnen der Wiener Weihbischof Franz Scharl, Generalvikar Franz Schuster, Dompfarrer Toni Faber und mit Hans Hollein, Anton Lehmden oder Johann Georg Gsteu einige jener Künstler, deren Werke bis 2. Juni im Dom- und Diözesanmuseum zu sehen sind. (Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag jeweils von 10 bis 17 Uhr; Informationen: Internet: www.dommuseum.at).