Fastenzeit ist mehr als "Schlankheitskur"
Wien-St.Pölten, 19.2.07 (KAP) Für das richtige Fasten hat der Propst des niederösterreichischen Augustiner-Chorherrenstiftes Herzogenburg, Prälat Maximilian Fürnsinn, in einem Gespräch für die Sonntagausgabe der Tageszeitung "Kurier" plädiert. Die Fastenzeit habe sich "auf den Körper reduziert, darauf, schlank zu werden", bedauerte Fürnsinn: "Aber Fastenzeit geht weiter, es geht darum, wieder das rechte Maß zu finden". Das sei eine alte "Weisheit der Mönche", die "fürs Essen wie für die Arbeit gilt". Und es gehe darum, seine Beziehungen wieder neu zu orientieren: die Beziehung zu Gott, zu den Mitmenschen und zu sich selbst, so Propst Fürnsinn, der auch Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften in Österreich ist, im Gespräch mit dem "Kurier".
Ab Aschermittwoch gilt im Stift Herzogenburg strenge Fastenzeit: Bier und Wein sind dann im Stift tabu, der Speiseplan reduziert. Propst Fürnsinn: "Ich persönlich faste ziemlich intensiv, fast radikal".
Im Gespräch mit dem "Kurier" schilderte Fürnsinn auch seinen eigenen Werdegang. In der zweiten Klasse Volksschule wusste er bereits, dass er Priester werden wolle. Aber sein Vater, ein Fleischhauer, meinte: "Kommt nicht in Frage. Du wirst Fleischhauer und übernimmst den Betrieb". Fürnsinn machte die Lehre, er wurde 1957 sogar als bester Fleischhauer-Lehrling Niederösterreichs ausgezeichnet. Dann arbeitete er drei Jahre im väterlichen Betrieb. Mit 20 Jahren hängte er den Beruf an den Nagel, holte die Matura nach und trat ins Spätberufenen-Seminar ein.
Dem "Kurier" verschwieg der Herzogenburger Propst auch seinen ersten Gedanken beim Aufwachen am Sonntag nicht: "Ich mache ein Kreuzzeichen und bitte den Heiligen Geist, dass er mich führt und stärkt. So fange ich jeden Tag an".