"Licht für die Welt" zieht positive Bilanz für 2006
Wien, 21.2.07 (KAP) Eine positive Bilanz über die Hilfe für augenkranke, blinde und behinderte Menschen in Entwicklungsländern kann die Hilfsorganisation "Licht für die Welt" (früher: Christoffel-Blindenmission) ziehen. In insgesamt 85 Hilfsprojekten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa wurden im Jahr 2006 30.000 Operationen am Grauen Star durchgeführt und 10.000 behinderte Kinder gefördert. Wie "Licht für die Welt"-Geschäftsführer Rupert Roniger am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien mitteilte, wurden im Vorjahr 8,3 Millionen Euro (2005: 7,6 Millionen) für die Hilfsorganisation gespendet. Roniger: "Der Aufbau nachhaltiger Strukturen ist unser oberstes Prinzip. Dank der beeindruckenden Spendenbereitschaft können wir Tag für Tag tausenden blinden und anders behinderten Menschen die Chance auf ein selbst bestimmtes Leben geben".
Als Arbeitsschwerpunkte im Jahr 2007 nannte Roniger u.a. den Ausbau der Blindheitsverhütungsprogramme in Äthiopien, Mocambique und im Südsudan. Weitere Priorität hätten auch die Ausweitung der Rehabilitationsprogramme für behinderte Kinder in Burkina Faso.
Besonders möchte sich "Licht für die Welt" auch dafür einsetzen, dass die neue UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung in möglichst vielen Ländern rasch in die Praxis umgesetzt wird. Die UN-Konvention wurde Mitte Dezember 2006 beschlossen und umfasst u.a. zivile und politische Rechte, das Recht auf Bildung, Gesundheit und Arbeit wie auch auf sozialen Schutz. Formell unterzeichnet wird die Konvention voraussichtlich am 30. März in New York und dann sollte rasch mit der Umsetzung in den einzelnen Ländern begonnen werden, so Roniger.
Sudan und Indien
Unterstützt wird "Licht für die Welt" auch von Medizinern, die sich ehrenamtlich für die Organisation engagieren. Der Grazer Augenarzt Gerhard Schuhmann berichtete von Projekten im Südsudan. Da man auf keine vorhandene medizinische Infrastruktur zurückgreifen kann, werden mobile medizinische Teams aus Kenia eingeflogen, die dann jeweils zwei bis drei Wochen in den Dörfern Augenoperationen durchführen und zugleich auch versuchen, einheimisches Personal auszubilden. 2007 sollen, wie Schuhmann berichtete, im Südsudan sechs bis acht lokale Stationen eingerichtet werden. Eine der Hauptaufgaben neben Operationen wird es auch sein, mehr Bewusstsein in der Bevölkerungfür Gesundheitsvorsorge zu schaffen. So könne der weit verbreiteten Augenkrankheit Trachom einfach dadurch vorgebeugt werden, "indem man sich zwei Mal am Tag das Gesicht wäscht", so der Augenarzt. Allerdings sei das angesichts der Wasserknappheit im Land keine Selbstverständlichkeit.
Soeben von einem Hilfseinsatz in Nordostinidien zurückgekehrt ist der Wiener Augenarzt Karl Rigal, der ebenfalls eine positive Bilanz der Arbeit von "Licht für die Welt" ziehen konnte. So habe man beispielsweise im indischen Bundesstaat Assam einen lokalen Augenarzt mit der Aufstellung eines Hilfsteams unterstützt. Die neuen Mitarbeiter würden den Kontakt mit möglichen Patienten aufnehmen und die Voraussetzungen für eine effiziente medizinische Versorgung schaffen. Die Zahl der durchgeführten Staroperationen habe sich allein bei diesem Augenarzt inzwischen mehr als verdoppelt, so Rigal.
"www.chrislohner.com"
"Eine Operation am Grauen Star kostet durchschnittlich 30 Euro und die Förderung eines behinderten Kindes 25 Euro", betonte Chris Lohner, die sich seit Jahren für "Licht für die Welt" einsetzt. Sie unterstrich die Sinnhaftigkeit der Hilfsprojekte und dass die Spendengelder auch wirklich den Bedürftigen zu gute kommen. Davon habe sie sich bei zahlreichen Lokalaugenscheinen in vielen Ländern überzeugen können.
Inzwischen hat Lohner - inspiriert durch ihre Arbeit für "Licht für die Welt" - das Hilfsprojekt "Hilfe, die passt" ins Leben gerufen. Sie kauft in Afrika Stoffe von Frauen und lässt sie in Wien im Rahmen eines Projekts der "Volkshilfe" zu Kaftanen verarbeiten. Diese traditionellen afrikanischen Kleidungsstücke werden über ihre Website ("www.chrislohner.com") verkauft. 30 Euro pro verkauftem Kaftan gehen an "Licht für die Welt". So habe sie bisher schon 9.000 Euro und damit 300 Staroperationen ermöglichen können, sagte Chris Lohner. Sie könne so dreifach helfen: Frauen in Afrika, die ein geregeltes Einkommen erhalten, Frauen in Österreich, die durch die Caftan-Erzeugung einen Job bekommen hätten sowie den Blinden und Sehbehinderten in den Entwicklungsländern. Lohner: "Das ist für mich ein Netzwerk der sinnvollsten Art".