Landau: "Gesamtpaket" zur Lösung des Pflegeproblems
Wien, 22.2.07 (KAP) Mit "Ärger und Verständnislosigkeit" hat der Wiener Caritasdirektor Michael Landau auf das jüngste Hick-Hack innerhalb der Regierung zum Thema Pflege reagiert: "Es geht um die konkrete Not konkreter Menschen. Ich wünsche mir endlich Lösungen, und da bedarf es eines Gesamtpakets. Die 24-Stunden-Betreuung ist nur ein kleiner Ausschnitt des Gesamtproblems", so Landau am Freitag in einer Aussendung.
Das Hin- und Herschieben der Verantwortung zwischen den Ministerien zeige einmal mehr, dass es einer Bündelung der Kompetenzen bedürfe, so Landau: "Wir brauchen ein Gesamtkonzept, das Steuerung und Finanzierung österreichweit beinhaltet". Mit einem Modell für die 24-Stunden-Betreuung sei nur ein Teilaspekt abgedeckt. Ebenso müssten vorhandene Modelle wie etwa Tageszentren, Kurzzeitpflege oder Betreutes Wohnen ausgebaut werden. "Wir brauchen aber auch dringend neue Modelle bzw. Regelungen, beispielsweise für die Entlastung der Angehörigen von Demenzkranken durch leistbare stundenweise Betreuung zu Hause, forderte Landau. Das Thema Demenz werde in der ganzen Debatte "ohnehin einmal mehr völlig vergessen".
Es sei klar, dass Pflege und Betreuung Geld kosten - und dass die Kosten allein auf Grund der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahren dramatisch ansteigen werden. Da seien Bund, Länder und Gemeinden gefragt, aber auch die Sozialversicherungsträger. Bisher werde der Großteil der Pflege - etwa 80 Prozent - von den Angehörigen geleistet. Auch hier seien Veränderungen zu erwarten. "Pflege ist ein Thema, das uns alle angeht", betonte Landau. Jeder könne pflegebedürftige Eltern oder Großeltern haben, jeder könne selbst einmal in die Lage kommen, Pflege zu brauchen. Deshalb seien zukunftweisende Lösungen gefragt, die die Pflege für die nächsten Generationen sicherstellen.