Mehr Kinder: "Ein Bündel von Maßnahmen notwendig"
Wien, 26.2.07 (KAP) "Damit wieder mehr Kinder zur Welt kommen, ist ein Bündel von Maßnahmen notwendig", betonte am Montag der Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien (KFVW), Alexander Kucera. Der Katholische Familienverband habe wiederholt auf den "Wert der unersetzlichen Beziehungs-, Betreuungs-, Pflege- und Erziehungsarbeit" der Eltern hingewiesen. Diese Arbeit brauche sozialen Schutz und müsse im Bewusstsein der Gesellschaft, im Steuer- und Pensionsrecht anerkannt werden. "Die Familienarbeit von Vätern und Müttern ist steuerlich anzuerkennen und durch ein Familiensteuersystem gerecht zu berücksichtigen. Familienarbeit wird auch dann im allgemeinen Bewusstsein aufgewertet, wenn sie wie Erwerbsarbeit sozialversicherungsrechtliche Absicherung erfährt und für die Pension angerechnet wird", so Kucera.
Nach Ansicht des Wiener Katholischen Familienverbandes muss die Kinderbetreuung verbessert werden, etwa durch ein Gratiskindergartenjahr vor Schuleintritt, durch eine Verbesserung der Nachmittagsbetreuung mit verstärktem Einsatz von Erziehern an den Schulen am Nachmittag und die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten. Diese Absetzbarkeit müsse freilich "auch jenen Eltern zukommen, die im Sinn der Wahlfreiheit ihre Kinder selbst betreuen wollen". Teilzeitarbeitsmodelle müssten gefördert werden, müssten aber "wirklich" Eltern die Wahl lassen und diese bevorzugen. "Positive Grundstimmung für Kinder wird durch eine allgemeine Wertschätzung der Familien erreicht. Es muss gesamtgesellschaftlicher Konsens sein, dass Eltern auch im Arbeitsleben Vorrang haben", so Kucera.
Zwar sei mit dem Kinderbetreuungsgeld durch die pensionsbegründende Anrechnung der Kindererziehungszeiten endlich eine "erste Wende" eingetreten. Ein "Schritt in die richtige Richtung" sei auch, dass neuerdings Teilzeit die Bemessungsgrundlage erhöht und pro Kind vier Jahre für die Pensionsversicherung (im Ausmaß von 1350 Euro monatlich) angerechnet werden.