Frauenorden stellen sich dem Problem der Überalterung
Linz, 28.2.07 (KAP) Die Situation älterer Ordensfrauen war einer der Schwerpunkte der diesjährigen Jahrestagung der Vereinigung der Frauenorden Österreichs. Rund 90 höhere Ordensoberinnen aus ganz Österreich nahmen in Vöcklabruck (Oberösterreich) an der Tagung teil. Auf Grund der Überalterung vieler Ordensgemeinschaften brauche es neue Wege und Strukturen, damit auch alte Ordensfrauen "ihr Leben noch in Freude leben können", wie die Generalsekretärin der Vereinigung, Sr. Theresia Sessing, im Gespräch mit der ökumenischen Radioagentur "Studio Omega" betonte. Ältere Schwestern dürften sich nicht nur geduldet fühlen, sie bräuchten auch besondere Perspektiven. Sessing: "Es muss eine Freude sein, im Orden alt zu werden". Überdies gelte es den Blick darauf zu schärfen, "wo ältere Schwestern auch und gerade den jungen Menschen Vorbild sein können".
Entscheidend sei auf alle Fälle, so Sr. Sessing, dass die Ordensgemeinschaften "eine Leidenschaft für den alten Menschen" aufbringen und die bejahrten Ordensmitglieder hoch schätzen. Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Motto der diesjährigen Ordenstagung: "Leidenschaft für Christus, Leidenschaft für die Menschen".
Zur aktuellen Situation, dass viele, vor allem alteingesessene Orden zu wenig Nachwuchs haben, meinte Sessing, dass diese Durststrecke mit Würde durchgestanden werden müsse. Momentan sei der Weg der alten Orden eben nicht besonders gefragt. "Wenn Gott will, dass wir wieder mehr junge Leute bekommen, dann werden sich diese auch wieder melden", so die Generalsekretärin wörtlich.
Weitere Themen der Jahrestagung waren u.a. die Situation der Ordensschulen und Ordensspitäler. Auch Repräsentantinnen der weiblichen Ordensgemeinschaften aus Deutschland und der Schweiz nahmen an der Tagung teil. Wie Sr. Sessing sagte, stünden die Orden in diesen Ländern vor ähnlichen Herausforderungen wie die Gemeinschaften in Österreich.