Kindeswohl geht vor Beschäftigungspolitik
Wien, 2.3.07 (KAP) In der Debatte über die Kinderbetreuung müsse das Interesse des Kindeswohls vor die Beschäftigungspolitik gehen. Das forderte der Präsident der "Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände" (AKV), Josef Zemanek, am Freitag. Wären Mütter, die sich der Betreuung der Kinder in den ersten drei Lebensjahren widmen, wirklich von der beruflichen Karriere ausgeschlossen, dann wäre dies ein "Armutszeugnis" für die Gesellschaft. Dann müssten die Beschäftigungs-Voraussetzungen für Mütter umgehend geändert werden.
Zu Lasten der Kinder dürfe die Lösung des Problems "auf keinen Fall" gehen. Die gesamte Gesellschaft müsse ein Interesse am Wohl aller Kinder haben. Dieses Wohl der Kinder sei als höherer Wert anzusehen als alle Formen von Beschäftigungspolitik oder Einkommenspolitik. Ökonomische Probleme müssten anders gelöst werden, die Personenwürde der Kinder dürfe auf keinen Fall auch nur riskiert werden. Das verlange ein sachgerechtes Verständnis der "Menschenrechte, die selbstverständlich auch für Kinder gelten", so Zemanek.
In den allermeisten Fällen werde eine noch so erfolgreiche Karriere auch in attraktiven Berufen kein Ersatz für das versäumten Glück sein können, Kindern nicht nur das physische Leben und Überleben, sondern vor allem die friktionsfreie Reifung der Persönlichkeit ermöglicht zu haben.