Kirche gedenkt des dritten Todestags Kardinal Königs
Wien, 2.3.07 (KAP) In einer Zeit, in der "unsere Republik so wenig Vorbilder zu bieten hat", müsse man dankbar sein, in Kardinal König ein "Leitbild zu haben, dem man nachfolgen kann". Dies betonte der neue Vize-Vorsitzende der Stiftung "Communio et progressio", der katholische Publizist Heinz Nussbaumer, aus Anlass des bevorstehenden dritten Todestages des Wiener Alterzbischofs am 13. März. Wie Nussbaumer im Gespräch mit "Kathpress" unterstrich, zähle Kardinal König zu seinen "großen Lebensmenschen", der ihm auch nach seinem Tod "ein lebendiges Vorbild" geblieben sei.
Nussbaumer kündigte an, dass die Stiftung "Communio et progressio" ihre Aktivitäten in Zukunft weiter ausbauen werde. So soll dem Kardinal-König-Preis "ein neues Gewicht" gegeben werden. Nussbaumer wörtlich: "Wir wollen Europäer auszeichnen, die im Geist Kardinal Königs leben". Darüber hinaus soll verstärkt die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Medien betrieben werden. Hierzu habe man "eine Reihe sehr prominenter österreichischer Journalisten" gewinnen können. Auch an die Vergabe von Stipendien werde gedacht.
Der diesjährige Kardinal-König-Preis wird am Abend des 13. März im Wiener Stephansdom an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. verliehen. Zuvor feiern die österreichischen Bischöfe unter dem Vorsitz von Kardinal Christoph Schönborn um 18 Uhr im Stephansdom einen Gemeinschaftsgottesdienst, bei dem in besonderer Weise des dritten Todestags von Kardinal König gedacht wird. Es sei eine "besondere Freude", dass alle Mitglieder der Bischofskonferenz, deren Plenarversammlung von 12. bis 15. März in Marienkron stattfindet, an der Verleihung des Kardinal-König-Preises an das Oberhaupt der Weltorthodoxe teilnehmen werden. Die feierliche Überreichung wird vom Präsidenten der Stiftung "Communio et progressio", dem steirischen Diözesanbischof Egon Kapellari, vorgenommen. Die Laudatio hält Heinz Nussbaumer. Im Hinblick auf die Überreichung des Kardinal-König-Preises an Patriarch Bartholomaios I. findet am Dienstag, 6. März, um 10.30 Uhr im "Club Stephansplatz 4" einePressekonferenz mit Metropolit Michael Staikos und Prof. Heinz Nussbaumer statt, bei der über die Details des Patriarchenbesuchs informiert wird.
In Mariazell, wo am 13. jeden Monats ein Gottesdienst zum Gedächtnis Kardinal Königs stattfindet, wird ein Gedenkort innerhalb der Basilika entstehen, teilte die Wiener Diözesanarchivarin und langjährige Leiterin des Sekretariats von Kardinal König, Annemarie Fenzl, im Gespräch mit "Kathpress" mit. An diesem Gedenkort werden der Konzilsring sowie das Johannes-Kreuz Kardinal Königs zu sehen sein. Neben der besonderen Bedeutung, die der Ort Mariazell für Kardinal König hatte, soll damit die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils für den Kardinal betont werden.
Kardinal-König-Website
Wie Annemarie Fenzl im Gespräch mit "Kathpress" bestätigte, werde darüber hinaus derzeit an der Erstellung einer Kardinal-König-Website gearbeitet. Die Website werde unter dem Motto "Die Mitte stärken" stehen. Fenzl wörtlich: "Gerade gegen den linken und vor allem den rechten katholischen Rand gilt es, die Mitte zu stärken, die sich sonst weniger laut zu Wort meldet". Inhaltlich werde die Website über das Leben Kardinal Königs informieren sowie über die Aktivitäten des Kardinal-König-Archivs. Auch werde die Website Texte des Kardinals "online" anbieten und ein breites Linkverzeichnis enthalten.
Archiv in Vorbereitung
"In Vorbereitung" befinde sich weiterhin ein eigenes Kardinal-König-Archiv. Von rund 2.000 Archivschachteln sei immer noch rund ein Drittel nicht archivalisch erfasst und katalogisiert, so Fenzl. Mit einer Eröffnung könne auf Grund der enormen Materialfülle daher frühestens in fünf Jahren gerechnet werden.
Wie Fenzl betonte, werde ihr durch die Arbeit am Nachlass das Grundanliegen des Kardinals immer deutlicher. Zu diesen Grundanliegen zähle der "unbedingte Dialog mit jedem Menschen auf Augenhöhe". Darüber hinaus sei es die tiefe Überzeugung des Kardinals gewesen, dass "Religion zum Wesen des Menschen gehört" und das Gebet als "ureigenster Ausdruck des Glaubens" und als "unmittelbare Verbindung zu Gott" eine den Menschen verändernde Kraft besitze. Weiters sei für den Kardinal der Zusammenhang von "Glaube und Heimat" von besonderer Bedeutung gewesen. So habe Kardinal König stets die Bedeutung einer "familiären Erdverbundenheit" betont und die Familie als Keimzelle des Glaubens verstanden. Zu den "bleibenden Botschaften" Kardinal Königs gehöre außerdem der Auftrag, das "Bewusstsein des Pilger-Seins" nicht zu verlieren und "so durch das Zeitliche zu gehen, dass man das Ewige nicht verliert".
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