Kath. Frauenbewegung: Solidarität mit Frauen im "Süden"
Wien, 8.3.07 (KAP) Zu mehr Solidarität mit den benachteiligten und in den Ländern des "Südens" hat die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) anlässlich des Internationalen Frauentags aufgerufen. Neben dem Ausbau von Frauenförderungsprojekten in der Entwicklungszusammenarbeit müssten vor allem Anwaltschaft und Lobbying für die Benachteiligten forciert werden. Dies erfordere auch mehr öffentliche Mittel für die Organisation von Kampagnen sowie für entwicklungspolitische Bildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit der NGOs in Österreich, stellte die kfbö am Donnerstag fest.
Margit Hauft, Vorsitzende der kfbö, dass "das Bekenntnis der österreichischen Bundesregierung zur Frauenförderung auch auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit und zur Stärkung der Zivilgesellschaft kein Lippenbekenntnis bleiben darf". Die Realisierung dieses Vorhabens könne überdies nur in enger Kooperation mit den zivilgesellschaftlichen Kräften geschehen, denn diese hätten langjährige Erfahrung und die nötigen Basiskontakte. Hauft: "Deshalb fordern wir eine verstärkte Einbeziehung der NGOs in die staatliche Entwicklungszusammenarbeit".
Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der "Aktion Familienfasttag", die derzeit in ganz Österreich läuft, fand in Wien ein Symposion über frauengerechte Entwicklungspolitik statt. 120 Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland sowie Projektpartnerinnen der kfbö waren sich bei der Tagung im Kardinal-König-Haus einig, dass es nicht genüge, für Frauenförderungsprojekte Spenden zu sammeln. Ebenso wichtig seien Anwaltschaft, Bewusstseinsbildung, Informationsarbeit sowie der Aufbau von Netzwerken.
Die mit dem alternativen Nobelpreis 2006 ausgezeichnete Inderin Ruth Manorama forderte mehr Macht für Frauen. Die Ermächtigung ("Empowerment") der Frauen zu Eigenständigkeit könne nicht allein durch finanzielle Mittel erzielt werden. Es gehe vor allem um die Teilnahme der Benachteiligten an der Macht. Die engagierte Kämpferin für die Rechte der kastenlosen Dalits in Indien plädierte für den Aufbau eines Netzwerkes in Österreich zur Unterstützung dieser nach wie vor diskriminierten und ausgebeuteten Gesellschaftsgruppe. Die deutsche Soziologin Christa Wichterich unterstrich bei der Tagung, dass Empowerment kein Ziel, sondern ein Prozess sei.