Patriarchenbesuch wichtiger Beitrag für Ökumene
Wien, 9.3.07 (KAP) Einen "Beitrag zur Überwindung der Spaltung von Ost- und Westkirche" erwartet der Präsident der Stiftung "Pro Oriente", Johann Marte, vom bevorstehenden Wien-Besuch des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I. Wie Marte am Freitag im Gespräch mit "Kathpress" betonte, sei die Aufhebung dieser Spaltung gerade vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit dem Islam "heute dringender denn je". Kardinal Franz König - dessen Todestag sich am 13. März zum dritten Mal jährt - habe diese Notwendigkeit sehr früh erkannt, so Marte. Daher habe er bereits 1961 als erster katholischer Repräsentant seit Jahrhunderten den Phanar in Istanbul aufgesucht, um den damaligen Ökumenischen Patriarchen Athenagoras I. zu treffen.
Dass auch Patriach Bartholomaios I. das Anliegen der Überwindung der Spaltung der Christenheit vertrete, mache ihn zu einem "idealen Preisträger" für den "Kardinal-König-Preis" der Stiftung "Communio et progressio". Darüber hinaus zeige der Patriarch, der auch Ehrenmitglied der Stiftung "Pro Oriente" ist, ein "herausragendes Engagement in Fragen der Bewahrung der Schöpfung" und zur Wahrung des Friedens. Marte erinnerte im "Kathpress"-Gespräch daran, dass Bartholomaios zu jenen Repräsentanten der großen Weltreligionen zählte, die nach den Attentaten vom 11. September 2001 eine gemeinsame Erklärung erarbeiteten, in der "Verbrechen im Namen der Religion" als "Verbrechen gegen die Religion" gewertet wurden.
Im ökumenischen Dialog mit der Orthodoxie habe es in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gegeben, betonte Marte. Vorläufiger Höhepunkt war die Wiederaufnahme des offiziellen katholisch-orthodoxen theologischen Dialogs im September 2006. Auch der vom Außenamt des Moskauer Patriarchats und dem Päpstlichen Kultur-Rat gemeinsam in Wien im Mai 2006 veranstaltete Kulturdialog "Europa eine Seele geben" sei als "großer Erfolg" gewertet worden. In theologischen Fragen sei man sich mittlerweile "weitgehend einig", betonte der "Pro Oriente"-Präsident. Die verbleibenden Differenzen würden insbesondere die Stellung des Papstes betreffen. Diese Frage sei weiterhin ein "Stolperstein" im ökumenischen Dialog mit der Orthodoxie. Dabei betonte Marte, dass es "niemals das Ziel sein kann, eine Einheitskirche zu schaffen". Vielmehr gehe es darum, an einer "Einheit in versöhnter Vielfalt" zu arbeiten. Der Besuch des Ökumenischen Patriarchen könne daher dazu dienen, "gegenseitiges Vertrauen zu vertiefen", um den begonnenen Weg der Ökumene "auch kraftvoll weiterzugehen".