Preisverleihung: "Ein Höhepunkt der Ökumene"
Wien, 14.3.07 (KAP) "Es war ein Höhepunkt der Ökumene, wie ich ihn noch nie erlebt habe". Mit diesen Worten beschrieb Caritas-Präsident Franz Küberl im Anschluss an die Überreichung des diesjährigen Kardinal-König-Preises an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. die feierliche Atmosphäre, die im Stephansdom während der Zeremonie herrschte und die auch den vorausgehenden Gedenkgottesdienst aus Anlass des dritten Todestages von Kardinal König bestimmt hatte.
Als "Zentralfigur der heutigen Ökumene" führe der Ökumenische Patriarch "das Erbe Kardinal Königs in wunderbarer Weise weitert", so Küberl im Gespräch mit "Kathpress". Der Preis würdige diese Leistung und sorge dafür, dass diese Botschaft "weit über Wien hinausgetragen wird". Weiters hob der Caritas-Präsident hervor, dass mit dem dritten Todestag Kardinal Königs dessen Vermächtnis immer deutlicher hervortrete. Es sei dies "seine ungeheure Fähigkeit, auf den Anderen zuzugehen und im Anderen den Bruder und die Schwester zu erkennen". Dies sei Königs "ganz große Stärke, sein Bleibendes, sein Heiliges" gewesen, so Küberl.
Auch der Abt des Stiftes Heiligenkreuz, Gregor Henckel-Donnersmarck, zeigte sich "berührt" von dem "beeindruckenden Bekenntnis von allen Seiten zur Ökumene". Insbesondere die Dankesworte des Patriarchen hätten ihm gezeigt, so Henckel-Donnersmarck, dass wir "noch mehr für dieses große und ersehnte Ziel der Ökumene tun und beten müssen". Man habe gespürt, so der Abt, "wie zentral dieses Anliegen für die Glaubwürdigkeit des Christentums ist".
"Würdige Feier im Sinne des Kardinals"
"Überwältigt" von den Eindrücken zeigte sich der neue St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried. Die Begegnung mit Patriarch Bartholomaios sei für ihn "ein besonderer Tag", so Leichtfried, der in diesen Tagen erstmals an einer Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz teilnimmt. Eigene Impulse wolle er dabei zunächst noch nicht einbringen, vielmehr stehe für ihn "als Neuling erst einmal das Hören im Vordergrund".
Als "würdige Feier im Sinne des Kardinals und im Sinne der österreichischen Ökumene" bezeichnete die langjährige Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Oberin Christine Gleixner, den Gedenkgottesdienst und die Preisverleihung. Für die Ökumene in Österreich sei der Patriarch "ein Vertrauter und Freund", so Gleixner, der "immer sehr interessiert Anteil genommen" habe. Dies sei mitunter bis in Einzelheiten hinein festzustellen gewesen.
An Kardinal König denke sie "mit einer großen Dankbarkeit", so Gleixner. Die Ökumene in Österreich habe in König einen entschiedenen Verfechter gehabt, der "behutsam, hörend und hochsensibel kleine Schritte gesetzt hat". Darin, so Gleixner, liege für sie die "große Botschaft des Kardinals", die bis heute weiter trage. Im ökumenischen Bemühen der letzten drei Jahre sei Kardinal König stets präsent gewesen, so Gleixner.
"Startschuss" in eine neue Ära
Als "Startschuss" in eine neue Ära bezeichnete der Vize-Präsident der Stiftung "Communio et Progressio", der Publizist Heinz Nussbaumer, die Preisverleihung. Zwar liege "die Latte für einen neuen Preisträger jetzt hoch", so Nussbaumer, aber es sei nicht das Anliegen der Stiftung, einen immer noch prominenteren Preisträger zu finden. Es gebe "unendlich viel Heldentum im Kleinen", das es zu würdigen gelte, so Nussbaumer im Gespräch mit "Kathpress". Es sei "sicherlich im Sinne Kardinal Königs", so Nussbaumer, diese Menschen "aus dem Schatten zu holen".