Bartholomaios I. würdigt Ökumene-Klima in Österreich
Wien, 13.2.07 (KAP) Die Unverzichtbarkeit des ökumenischen und des interreligiösen Dialogs hat der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., am Dienstagabend bei einer Begegnung mit den österreichischen Bischöfen unterstrichen. Wie der Patriarch in seiner Tischrede bei einem Abendessen im Wiener Erzbischöflichen Palais sagte, gebe es "keine Alternative" zum interkonfessionellen und interreligiösen Dialog. Umso mehr würdigte der Patriarch den Papstbesuch am Sitz des Ökumenischen Patriarchats im Phanar im vergangenen November. Bartholomaios I. lud alle österreichischen Bischöfe zum Besuch Konstantinopels ein. Besuche von Vertretern der Schwesternkirchen bedeuteten nicht nur "gegenseitige Bereicherung", sondern seien auch eine große Freude und "ein Trost in der Situation, in der wir leben müssen", so der Patriarch. Das gelte besonders für Besuche aus Österreich, einem Land, mit dem die Orthodoxie seit der Zeit Kardinal Königs besondere Beziehungen habe und diese auch weiterpflege. Bartholomaios I. lobte das ökumenische Klima in Österreich, das für Europa "beispielhaft" sei.
"Der verewigte Kardinal König hat sich für die Wiederherstellung der christlichen Einheit im Geiste der Ökumene nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und für den Dialog der Kirche mit den anderen Konfessionen, Religionen, Kulturen und geistigen Strömungen sehr energisch, erfolg- und segensreich eingesetzt, besonders durch die Stiftung 'Pro Oriente'. Wir gedenken seiner in ständiger Dankbarkeit im Gebet an Gott den Allmächtigen, der in seiner Vorsehung diese große Persönlichkeit der Kirche und der Welt geschenkt hat", sagte Patriarch Bartholomaios I. in seiner Tischrede.
Der Patriarch äußerte sich auch erfreut über die Zusammenarbeit der orthodoxen Kirchen in Europa sowohl mit der Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes (ComECE) als auch mit dem "Rat der Europäischen Bischofskonferenzen" (CCEE), sei es bilateral oder im Rahmen der "Konferenz Europäischer Kirchen" (CEC). Die gemeinsame Vorbereitung der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV3) in Sibiu (Rumänien) im kommenden September sei ein "neues Zeichen dieses gemeinsamen Zeugnisses in der heutigen Welt".