Caritas-Delegation wohlbehalten aus dem Kongo zurück
Wien, 26.3.07 (KAP) Die Caritas-Delegation, die im Kongo wegen Kampfhandlungen zwischen der Miliz des unterlegenen kongolesischen Präsidentschaftskandidaten Jean-Pierre Bemba und der regulären Armee festsaß, ist wohlbehalten nach Österreich zurückgekehrt. Zweck der Reise war die Eröffnung des "Cafe Mozart" im Stadtzentrum von Kinshasa gewesen, das ehemaligen Straßenkindern durch die Ausbildung zum Bäcker und Konditor bessere Zukunftschancen ermöglichen soll.
"Das Schlimmste war die Sorge um die Kolleginnen, die mitten in der Stadt aushalten mussten, denn wir selbst waren am Rande der Stadt in Sicherheit", so Christoph Mülleder, Auslandshilfechef der Caritas Oberösterreich. Gemeinsam mit vier weiteren Oberösterreichern, darunter drei Journalisten, war er am Sonntagnachmittag zurückgekehrt. Die Salzburgerin Nicole Ebner, die als Volontärin des Freiwilligendienstes "VIDES" der Don Bosco Schwestern im "Cafe Mozart" arbeitete, sowie eine Caritas-Mitarbeiterin werden spätestens am Dienstag die Heimreise aus dem Kongo antreten.
Nachdem in der Hauptstadt Kinshasa heftige Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen ausgebrochen waren, saß die Gruppe aus Oberösterreich seit Donnerstagabend in einem Kloster am Stadtrand fest. Ebner und eine Caritas-Mitarbeiterin befanden sich dagegen beim Ausbruch der Kämpfe in Gebäuden innerhalb der Gefahrenzone. Am Freitag hatte sich die Lage in Kinshasa wieder entspannt.
"Der beklemmendste Moment war wohl am Freitag, dem zweiten Tag der Kampfhandlungen, als wir im Morgengrauen von Bomben- und Granatendetonationen und heftigem MG-Feuer geweckt wurden und wir nicht wussten, ob sich die Kämpfe auf das gesamte Stadtgebiet ausweiten", berichtet der ehemalige Auslandshilfechef der Caritas Oberösterreich, Friedrich Mayrhofer, nach seiner Ankunft.
Hilfsprojekt gehen weiter
So wie die anderen zeigte sich Josef Wallner, Redakteur der "Kirchenzeitung der Diözese Linz", der ebenfalls in Kinshasa mit dabei war, erleichtert über die Rückkehr, betonte aber: "Trotz allem halte ich es für wichtig, dass die Caritas im Kongo mit ihrer Hilfe präsent bleibt. Denn das 'Cafe Mozart' schafft für Jugendliche Arbeitsplätze und gibt jungen Menschen Vertrauen in die Zukunft. Nichts ist in diesem Land notwendiger."
Das Hilfsprojekt in Kinshasa wird von Don Bosco Schwestern in Zusammenarbeit mit der Caritas betrieben. Initiatorin war die österreichische Missionarin und Don Bosco-Schwester Hildegard Litzlhammer. Das Projekt wird neben der Caritas Oberösterreich und dem Land Oberösterreich von weiteren Organisationen intensiv unterstützt wie der Don Bosco-Partnerorganisation "Jugend Eine Welt" und dem Volontariat der Don Bosco Schwestern "VIDES".
Die Kongo-Projekte werden plangemäß weitergehen, so der Auslandshilfechef der Caritas Österreich, Christoph Petrik-Schweifer. "Die Caritas ist dort, wo es den Menschen am schlechtesten geht, und der Kongo gehört da eindeutig dazu. Das Risiko wird nicht gesucht, aber nur dort zu helfen, wo es kein Risiko gibt, heißt auf die Hilfe für die Ärmsten zu verzichten." Aus generell sehr gefährlichen Regionen würden österreichische Caritas-Mitarbeiter freilich abgezogen.