Florian-Kuntner-Preis 2007 für Wiener Pfarre
Wien, 27.3.07 (KAP) Der Florian-Kuntner-Preises 2007 geht an die Pfarre Hl. Klaus von der Flüe in Wien-Leopoldstadt. Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis wird im Gedenken an den 1994 verstorbenen Wiener Weihbischof Florian Kuntner für engagierte Initiativen der Entwicklungszusammenarbeit auf Pfarrebene vergeben. Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Preis geht an die Christkönigspfarre in Wien-Neufünfhaus und der mit 1.000 Euro dotierte dritte Preis geht nach Schönkirchen. Insgesamt 35 pfarrliche Initiativen hatten sich um den Florian-Kuntner-Preis beworben. Die Einsendungen zeigen, dass die "Saat von Florian Kuntner aufgeht", so Diakon Franz Ferstl, der Leiter des Referats für Mission und Entwicklungshilfe der Erzdiözese Wien.
Die Gewinner präsentieren bei der Preisverleihung am Freitag, 30. März, um 16.30 Uhr im "Club Stephansplatz 4" (1010 Wien, Stephansplatz 4) ihre Pfarrpartnerschaften mit Gemeinden in Ländern des "Südens". Um 17.30 Uhr feiert Weihbischof Helmut Krätzl in der Krypta des Stephansdoms die Heilige Messe zum Gedenken an Florian Kuntner.
Anwalt der Armen
Florian Kuntner wurde am 22. März 1933 in Kirchberg am Wechsel geboren. 1957 wurde er zum Priester geweiht. Die ersten Jahre als Priester wirkte er als Kaplan in Gerasdorf, Atzgersdorf und Puchberg am Schneeberg, dann als Pfarrer und später auch als Dechant in Piesting. 1969 wurde Kuntner Bischofsvikar für das Vikariat Unter dem Wienerwald. 1971 übersiedelte er von Piesting als Pfarrer an die Propstei- und Domkirche von Wiener Neustadt. Am 30. September 1977 ernannte ihn Paul VI. zum Titularbischof von Hirina und Weihbischof für die Erzdiözese Wien. Kardinal König weihte Florian Kuntner am 20. November 1977 gemeinsam mit Helmut Krätzl zum Bischof.
Mit seinen zahlreichen Stellungnahmen zu Fragen des Friedens, der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung erwarb sich Bischof Kuntner über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen als Anwalt von Humanität und Solidarität. Als Präsident der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax") und der österreichischen Sektion der internationalen katholischen Friedensbewegung "Pax Christi" verschaffte er in Fragen seines "Ressorts" der Stimme der Kirche immer wieder in der ÖffentlichkeitGehör.
Der Wiener Weihbischof war auch Nationaldirektor der Päpstlichen Missonswerke Österreich und leitete darüber hinaus das 1987 von Kardinal Hans Hermann Groer eingerichtete "Referat für Mission und Entwicklungshilfe" der Erzdiözese Wien. Außerdem war Bischof Kuntner Vorsitzender der "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Internationale Entwicklung und Mission" und des Kuratoriums des "Afro-Asiatischen Instituts" (AAI) in Wien.
Florian Kuntner starb am 30. März 1994 im 62. Lebensjahr nach dreiwöchiger schwerer Krankheit. Er erlag einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die er sich bei einer Projektreise in Afrika zugezogen hatte.