"Der unsere Wüsten in den Garten Gottes verwandelt"
Wien, 8.4.07 (KAP) Auferstehung bedeutet auch, dass die "Wüsten des Menschen" in den "Garten Gottes" verwandelt werden". Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn beim Osterhochamt im Wiener Stephansdom, der überfüllt war. Der Wiener Erzbischof erinnerte daran, dass die Kirche dieser "Garten Gottes" sei, weil sie Zeugin der Auferstehung Jesu ist.
Kardinal Schönborn verwies darauf, dass drei Gärten die "Eckpunkte" der Heilsgeschichte sind, des "großen Dramas der menschlichen Geschichte von Unheil und Erlösung". Der Beginn sei der "Garten Eden", der dem Menschen anvertraut war, um ihn zu bebauen und zu hüten; zugleich sei dieser Garten ein "Ort der Begegnung" zwischen Gott und Geschöpf gewesen. Durch das "Drama des Sündenfalls" sei dieses Vertrauen zerbrochen; in der Folge sei aus dem Garten ein "Tal der Tränen" geworden.
Der zweite Garten sei der "Garten Getsemani" am Fuß des Jerusalemer Ölbergs. In diesem Garten habe Jesus die "tiefste Todesangst" durchlebt, das Drama der Abwendung des Menschen von Gott; er habe das "Drama der menschlichen Armseligkeit" durchlitten.
In diesem Garten ereigne sich auch der Verrat des Judas, erinnerte der Wiener Erzbischof. Das Motiv des Judas sei schwer durchschaubar, möglicherweise habe er sich einen "politischen" Messias erwartet, "so wie heute sich manche eine Kirche erhoffen, die 'erfolgreich' ist". Aber Gott allein sei der Richter, die Barmherzigkeit Gottes sei das "große Geheimnis dieses Tages". Kardinal Schönborn erinnerte in diesem Zusammenhang an die Darstellung auf einem romanischen Kapitel der Basilika im französischen Vezelay, wo der auferstandene Christus zu sehen ist, der den Selbstmörder Judas losbindet und nach Hause trägt.
Im dritten Garten in Jerusalem werde deutlich, dass das Grab Jesu leer ist, betonte der Wiener Erzbischof. Maria Magdalena werde die "erste Zeugin der Auferstehung". Zu Ostern seien alle Christen eingeladen, wie Maria Magdalena den auferstandenen Christus zu suchen und zu finden. Er allein könne die "Wüsten" in den "Garten Gottes" verwandeln.
"Ostern macht Menschen zukunftsfähig"
"Der Osterglaube macht Menschen zukunftsfähig", sagte der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz beim Auferstehungsgottesdienst im Klagenfurter Dom. Die Zusage eines Lebens über den Tod hinaus befreie heute vor zunehmendem Egoismus und ermögliche auch verantwortungsvolles Handeln für andere, so der Kärntner Bischof. Ostern sei, so Bischof Schwarz, der Garant dafür, das irdische Leben nicht als letzte Gelegenheit verstehen zu müssen. Der Osterglaube sei eine Absage an die "boomenden Ich-AGs und fordere dazu auf, sich von den scheinbaren Lebenswerten wie Machtgier, Karriere, Geld und Konsum klar abzugrenzen. In der ausschließlichen Fixierung auf die Gegenwart mit dem Wunsch, alles und das sofort genießen zu wollen, gehe der Blick für andere und die Beziehung auf die Zukunft verloren. Der Glaube an die Auferstehung sei hingegen auch Auftrag, "für die bei Jesus Privilegierten einzutreten, also für Randgruppen jeder Art, für Schwache und Arme".
Mit Ostern setze Gott einen neuen Anfang, "eine neue Schöpfung beginnt". Um Ostern als Fest der Neuschöpfung zu leben, brauche es eine neue Achtsamkeit für das Leben des Menschen in all seinen Phasen, vom ungeborenen Leben bis zu den Sterbenden. Ostern als Bekenntnis zum Leben habe eine verändernde Kraft für die ganze Gesellschaft. "Leidsituationen, Lüge, Unrecht und Hass haben nicht das letzte Wort", sagte Bischof Schwarz. Ostern sei die Überwindung all dessen, was das Leben schwer mache und gleichzeitig eine Bestätigung all dessen, was "dem Leben Sinn gibt". Ostern feiern bedeute, so Bischof Schwarz, das Lebensprogramm Gottes weiterzuführen und der Zusage des Friedens mit Dankbarkeit zu vertrauen. Im christlichen Sinne sei Ostern ein Aufblühen des Lebens mit der großen Zusage Gottes, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. "Die Botschaft von der Auferstehung Jesu setzt einen Akzent des Lebens gegen den Tod, der Freude gegen die Traurigkeit", sagte der Kärntner Bischof.