Religion im ORF-Fernsehen legt zu
Wien, 10.4.07 (KAP) "Eine halbe Stunde früher, und eine halbe Stunde länger": So bringt der Leiter der ORF-Hauptabteilung Religion-TV, Gerhard Klein, die wesentliche Neuerung der ORF-Programmreform für eines seiner "Flaggschiffe", das Dienstagabend-Religionsmagazin "kreuz&quer", auf den Punkt. "Das neue 'kreuz&quer' versteht sich als journalistische Antwort auf den zunehmenden Orientierungsbedarf im Bereich Religion", so Klein im Gespräch mit "Kathpress". Diesem Orientierungsbedarf wolle die Religions-Abteilung mit "kritischer Distanz und respektvoller Nähe" begegnen. Im heutigen "Supermarkt der Religionen" müsse man auch an den "Konsumentenschutz" denken.
"Anchorwoman" Doris Appel werde die erfolgreiche dienstägliche Religionsleiste aber nicht nur mit mehr Sendezeit, sondern auch mit neuer Themenvielfalt und in einem neuen Studiodesign präsentieren. Klein: "Pro Sendung wollen wir uns auf ein Thema konzentrieren und es aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Gleichzeitig wollen wir den Blick verstärkt auf die Themenbereiche Ethik und Gesellschaft richten und Religion in Geschichte und Gesellschaft positionieren". Diese Anliegen habe bisher die Sendung "philosophicum" verfolgt, die es im neuen Schema nicht mehr geben wird.
Herzstück des neuen "kreuz&quer" werden wie bisher Dokumentationen sein, zusätzlich dazu sind gestaltete Beiträge, Studiogespräche, Live-Schaltungen und längere Diskussionen geplant. Wo dies möglich ist, will die ORF-TV-Religionsabteilung gemeinsam mit der ORF-Abteilung Film und Serien auch den auf "kreuz&quer" folgenden Spielfilm mitplanen. Daraus soll sich in vielen Fällen ein ganzer Themenabend am Dientagabend ab 22.30 Uhr in ORF 2 ergeben.
Im übrigen wird das "bewährte Erfolgsrezept" der ORF-Religionsabteilung beibehalten: Das seit 1969 ausgestrahlte "dienstälteste" Fernsehmagazin des ORF "Orientierung" verbleibt auf seinem Sendeplatz am Sonntag um 12.30 Uhr in ORF 2 (Wiederholung: Montag, 12 Uhr, FS 2) und bietet aktuelles Geschehen aus der Welt der Religion. Ebenso stabil ist "Was ich glaube" (Sonntag, 18.23 Uhr, FS 2, einst: "Christ in der Zeit"); in dieser Sendereihe nehmen Persönlichkeiten unterschiedlicher konfessioneller Provenienz zu Glaubensfragen Stellung. Zu einem "Highlight" hat sich der an Feiertagen nach der "ZiB" ausgestrahlte "Feierabend" entwickelt, der Personen und Situationen des religiösen Bereichs darstellt. Weitere Fixpunkte der ORF-TV-Religion sind Gottesdienst-Übertragungen - etwa 16 Mal im Jahr bringt der ORF an Sonntagen oder Feiertagen meist Live-Sendungen von katholischen und evangelischen Gottesdiensten - sowie Sonderprogramme. Im Hinblick auf den Besuch Papst Benedikts XVI. in Österreich wird die ORF-TV-Religionsabteilung wieder eine Probe ihres bei den früheren Papstbesuchen und anderen kirchlichen Großereignissen ("Mitteleuropäischer Katholikentag" 2004) bewährten Könnens liefern.
