Hilfe aus Österreich erreichte verwüstete Salomonen-Insel
Wien-Honiara, 10.4.07 (KAP) Dank der schnellen Hilfe der österreichischen Salesianer-Aktion "Jugend Eine Welt" konnte am Karsamstag die vom Tsunami heimgesuchte Salomonen-Insel Simbo erstmals mit einem Versorgungsschiff erreicht werden. In der Nacht von 1. auf 2. April war die Insel durch den Tsunami verwüstet worden. "Jugend Eine Welt" reagierte unmittelbar auf den Hilferuf der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern auf den Salomonen und stellte Finanzmittel zur Verfügung, um ein Versorgungsschiff zu chartern.
Weil die Regierung des vom Bürgerkrieg geschwächten Inselstaates zu schwach war, beschloss P. Luciano Capelli SDB, Leiter der Technischen Schule in Honiara, der Hauptstadt der Salomonen, auf eigene Faust zu helfen. Er stellte ein Hilfsteam zusammen, bestehend aus 26 Studenten und 12 Lehrerinnen und Lehrern. Innerhalb von 24 Stunden organisierten die Freiwilligen eine Hilfsgüter-Ladung bestehend aus 10.000 Kilo Reis, 5.000 Liter Trinkwasser, Planen, Mosquitonetzen und Kleidung. Auch die australische Caritas schloss sich dem Hilfstrupp an.
"Als wir uns mit unserem Schiff der Insel näherten, sahen wir bereits Rauchzeichen, mit denen die Menschen vom Hügel aus auf sich aufmerksam machten", berichtete P. Capelli: "Beim Näherkommen erkannten wir die Insel kaum wieder. Von den Dörfern ist wenig übrig geblieben. Besonders die Häuser in Küstennähe wurden komplett weggespült. Eine Werft ist nur noch bei Ebbe sichtbar. An eine Dorfschule erinnert nur noch das nun meterweit landeinwärts liegende Wellblechdach".
Mehr als 50 Menschen, besonders Kranke und Verwundete, nahmen die Nothelfer mit zurück nach Honiara, wo ihre Verwandten seit Tagen verzweifelt auf ein Lebenszeichen warteten. "Wir hatten ein sehr ergreifendes Ostererlebnis dieses Jahr", so P. Capelli, "die Tränen und Worte der Dankbarkeit der Menschen stärken uns für die weiteren Einsätze. Durch die rasche Hilfe haben wir den Leuten die Gewissheit gegeben, dass wir sie nicht ihrem Schicksal überlassen".
Für die nächsten zwei Wochen wurden weitere starke Seebeben vorausgesagt. P. Capelli und seine Leute hoffen, dass es nicht erneut zu einem Tsunami kommt, denn die Hilfsmaßnahmen sind noch lange nicht abgeschlossen. (Spenden: Kto Nr. PSK 92.083.767, BLZ 60.000, Kennwort: Tsunami Salomonen).