Wien: Gedenkmesse für den Barockmaler Daniel Gran
Wien, 11.4.07 (KAP) Mit einem vom Wiener Weihbischof Helmut Krätzl geleiteten Pontifikalgottesdienst wird am Donnerstag, 12. April, um 18 Uhr in der Wiener Annakirche des 250. Todestages von Daniel Gran gedacht. Der am 16. April 1757 im Alter von 58 Jahren in St. Pölten verstorbene Gran war neben Paul Troger der bedeutendste österreichische Barockmaler. Einige seiner schönsten Arbeiten schuf er für die Annakirche in der Wiener Innenstadt: Seine Deckenfresken zeigen die Glorie der Heiligen Anna, die Herrlichkeit der Gottesmutter und das Kommen des göttlichen Kindes. Auch das Hochaltarbild mit der Darstellung der Heiligen Sippe stammt von Daniel Gran. Nach der Messfeier spricht der Direktor des Diözesanmuseums St. Pölten, Johann Kronbichler, über das Leben und Werk von Daniel Gran.
Gran war der Sohn eines Hofkochs Kaiser Leopolds I., unter seinen Vorfahren waren Glasmaler. Gefördert wurde er durch das Haus Schwarzenberg, das ihm auch eine Studienreise nach Italien finanzierte, wo er vor allem bei Sebastiano Ricci in Venedig und Francesco Solimena in Neapel studierte. In seinen Werken ist auch ein Schwanken zwischen venezianischem Einfluss in der Farbgebung sowie neapolitanischem Einfluss in der Komposition zu bemerken. Neben dem Fürstenhaus Schwarzenberg kam bald auch der Wiener Hof als Auftraggeber hinzu; 1727 wurde er zum Hofmaler ernannt.
1726 bis 1730 schuf Gran mit dem Kuppelfresko der Hofbibliothek sein Hauptwerk, das eine Apotheose des Kaisers Karl VI. darstellt. Bleibende Bedeutung erlangte er vor allem auch durch seine sakrale Malerei: Beeindruckende Fresken malte Gran z.B. in der Wallfahrtskirche auf dem Sonntagberg, im St. Pöltner Dom und im Kaisersaal des Stiftes Klosterneuburg; Altarbilder schuf er für die Stiftskirchen von Herzogenburg und Lilienfeld und den St. Pöltner Dom. Ein Selbstporträt Daniel Grans ist im Stift Herzogenburg zu sehen.
Gegen Ende seiner Laufbahn verlieren sich die "barocken" Elemente wie der Figurenreichtum, der Illusionismus und die Erlebnishaftigkeit in seiner Malerei immer mehr zu Gunsten von Straffung und Vereinfachung in Komposition und Farbgebung. Gran gilt daher als wichtiger Wegbereiter des Klassizismus.