"Aktion Leben" weist Glawischnig-Forderung zurück
Wien, 11.4.07 (KAP) Die "Aktion Leben" hat am Mittwoch die Forderung der Vizechefin der "Grünen" (und Dritten Nationalratspräsidentin) Eva Glawischnig nach "Abtreibung auf Krankenschein in öffentlichen Spitälern" zurückgewiesen. Eva Glawischnig hatte sich in diesem Sinn im neuen ORF-Magazin "Wie bitte?" geäußert.
"Es ist heutzutage leicht, eine Abtreibung zu bekommen - viel schwerer erhält eine Frau ausreichend Hilfe, um auch unter schwierigen Bedingungen mit einem Kind leben zu können", sagte "Aktion Leben"-Generalsekretärin Karin Schmidtbauer. "Eva Glawischnig sollte sich lieber Gedanken darüber machen, wie die Politik Frauen das Leben mit Kindern erleichtern könnte. Denn hier gibt es wahrlich genug zu tun", so Karin Schmidtbauer.
"Die Politik kürzt ihre Unterstützung für Schwangerenberatungsstellen und gleichzeitig will eine Politikerin die Abtreibung auf Krankenschein einführen. Das kann nicht sein", so die "Aktion Leben"-Generalsekretärin. Dringend wäre etwa mehr Werbung für Schwangerenberatung notwendig, die Frauen keine fertige Lösung anbietet, sondern Türen aufmacht. "Schwangerenberatung, die ihre Arbeit ernst meint, öffnet Perspektiven statt sie auf eine: den Schwangerschaftsabbruch zu reduzieren", betonte Karin Schmidtbauer.
Außerdem gebe es noch immer keine staatlich finanzierte Notfallshilfe für Frauen im Schwangerschaftskonflikt. Die "Aktion Leben" muss diese Notfallshilfe durch Spendengelder aufbringen. "All das, was eigentlich Aufgabe des Staates wäre, muss durch Spendengelder finanziert werden", bedauerte die "Aktion Leben"-Generalsekretärin.
"Es gibt gerade im sozialpolitischen Bereich ein großes, brachliegendes Betätigungsfeld für Politiker und Politikerinnen, denen Frauen am Herzen liegen", betonte Karin Schmidtbauer: Das reiche von der "flächendeckenden Einrichtung qualitativ hochwertiger, leistbarer und flexibler Kinderbetreuungseinrichtungen über die Bereitstellung günstiger Startwohnungen bis zu Erleichterungen für Alleinerziehende".
Die "Aktion Leben" sei jederzeit dazu bereit, mit Eva Glawischnig konkrete Maßnahmen zu besprechen. "Denn wir wissen aus unserer Beratungstätigkeit nur allzu gut, wo die schlimmsten Probleme liegen", unterstrich Karin Schmidtbauer. Die "Aktion Leben" habe bereits mehrfach einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vorgelegt, wie das Leben mit Kindern erleichtert werden könnte.