Landau gegen allgemeines Bettelverbot
Wien, 19.4.07 (KAP) Gegen ein allgemeines Bettelverbot hat sich der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau ausgesprochen. Wie Landau am Mittwochabend in der TV-Sendung "Help-TV" sagte, seien Bettler auch "ein Stachel in einer Gesellschaft". Sie zeigten etwas auf, das man "im Grunde gar nicht so gerne wissen will: dass es nämlich auch bei uns, in Österreich und in Europa, Menschen gibt, die in Armut leben", so Landau.
In der täglichen Caritas-Arbeit sehe man, dass Menschen, die betteln, entweder Menschen in Not sind - oder Menschen, die genötigt werden, deren Not also ausgenützt wird. Im einen wie im anderen Fall gelte: "Wir müssen die Armut bekämpfen und nicht die Armen", so Landau. Und man müsse jenen entgegentreten, die die Not anderer Menschen ausnützen.
Wie Landau sagte, sei "organisiertes Betteln" heute schon verboten, ebenso aufdringliches Betteln. Ein allgemeines Bettelverbot würde kein Problem lösen. Es würde nur dazu führen, "dass die Schwächsten auf der Strecke bleiben, dass Menschen, die heute schon Opfer sind, ein zweites Mal zu Opfern werden".