Wiener Dompfarre lud 150 Arme zu Festmahl
Wien, 21.4.07 (KAP) 150 arme und an den Rand gedrängte Menschen hat die Wiener Dompfarre am Samstagabend zu einem Festmahl aus Anlass des Domweihetages eingeladen. Dies teilte Dompfarrer Anton Faber am Samstagmittag bei der Dankmesse für die "lebenden und verstorbenen Wohltäter des Doms" mit. Die Zuwendung zu den Armen und Leidenden gehöre genau so zum Domfest und dem Steffl-Kirtag wie die prächtigen Gottesdienste, die Führungen zu den "Geheimnissen des Doms" und die kulinarischen und kunsthandwerklichen Angebote in Zusammenarbeit mit der Wiener Wirtschaft. Insgesamt gehe es um die Erneuerung der Kirche und den Einsatz der Christen für eine "gerechtere, lebenswertere und liebevollere Welt". Die Dankmesse für die "lebenden und verstorbenen Wohltäter des Doms" zeige zugleich, dass die Christen über den Tod hinaus blicken und deshalb gelassen und freudig ihren Glauben leben können.
Die Kirche im "Herzen der Stadt" muss sich verbünden mit der konkreten Welt, betonte der Dompfarrer. Sie habe die Aufgabe, inmitten dieser Welt "lebendiger Sauerteig" zu sein. "Gott ist Mensch geworden, das ist ein Auftrag zur Durchdringung der Welt", sagte Faber. Dabei gebe es viele christliche Lebensentwürfe, die aber einander nicht kategorisch ausschließen dürfen.
Faber unterstrich die Notwendigkeit auch des materiellen Einsatzes für die Erhaltung des Stephansdoms. In diesem Zusammenhang dankte er allen Menschen im Land, die sich gemeinsam mit dem Verein "Rettet den Stephansdom", dem Domerhaltungsverein, der Dompfarre und dem Dombaumeister für das Wahrzeichen Wiens einsetzen. Derzeit würden pro Jahr rund zwei Millionen Euro gesammelt und verbaut. Es sei wichtig, dass es am Stephansdom ständig Gerüste zu sehen gibt. Auf keinen Fall dürfe es auf dem Platz um den Dom "Friedhofsruhe" geben, weil er wegen Bauschäden am Dom großflächig abgesperrt werden müsse.
Die ständigen Renovierungsarbeiten seien die Voraussetzung, damit die Gläubigen im Dom Gottesdienst halten und beten können, erinnerte Faber. Zugleich werde dadurch den rund drei Millionen touristischen Besuchern pro Jahr eine Ahnung davon vermittelt, was der Dom als "Tankstelle für die Seele" bedeutet. (ende)