Jugendarbeitslosigkeit: SMS an den Kanzler
Wien, 27.4.07 (KAP) Die Katholische Jugend führt derzeit eine österreichweite Kampagne durch, um auf das Drama der Jugendarbeitslosigkeit aufmerksam zu machen. An die 70.000 Jugendliche sind in Österreich ohne Arbeit oder Ausbildungsplatz. Der 30. April wurde im Hinblick auf den 1. Mai symbolträchtig als "Tag der Arbeitslosigkeit" ausgerufen. Am 30. April empfängt Bundeskanzler Alfred Gusenbauer eine Delegation der Katholischen Jugend; dabei wird ihm ein Handy mit der Rufnummer 0664/660.03.56 überreicht. Über diese Handy-Nummer können arbeitslose Jugendliche per SMS dem Bundeskanzler ihre Situation schildern.
Das Projekt der Katholischen Jugend "Stellenwert - Jugend will Arbeit" wurde am 15. November des Vorjahrs in Bad Gleichenberg (Steiermark) gestartet. Dabei war erstmalig der eigens für das Projekt komponierte "Stellenwert"-Song zu hören.
In Bad Gleichenberg wurden auch die Ergebnisse einer AMS-Studie präsentiert, die auf die enge Verbindung von Bildung und Arbeitschancen verweisen. Mit einem Pflichtschulabschluss haben Jugendliche die schlechteste Chance auf Arbeit: 16,9 Prozent sind nach dem neunten Schuljahr von Arbeitslosigkeit betroffen. Deutlich besser stehen die Möglichkeiten für Jugendliche mit einem Lehrabschluss: Nur etwa 6 Prozent sind arbeitslos. Noch besser sind die Chancen für Maturanten und Akademiker. Das AMS hatte für diese Studie 90.000 Jugendliche des Jahrgangs 1980 befragt.
Die Katholische Jugend verweist darauf, dass derzeit nur 12 Prozent aller Betriebe in Österreich Lehrlinge ausbilden, vor 25 Jahren waren es noch 24 Prozent. Die Anzahl der Lehrstellen sei in den letzten 25 Jahren um fast 30 Prozent gesunken.
Die Entwicklung werde sich in Zukunft noch verstärken. In diesem Zusammenhang macht die Katholische Jugend auf die Situation der "Generation Praktikum" aufmerksam. Auch Jugendliche mit einer abgeschlossenen Schulausbildung werden noch mehr unter Druck geraten. Schon jetzt sei es für viele Jugendliche Realität, eine Reihe von (unbezahlten) Praktika zu machen, bevor sie eine feste Anstellung bekommen.
Am 30. April gehen in mehreren österreichischen Städten "Stellenwert"-Aktionen über die Bühnen. Zum Beispiel gibt es im City Center Amstetten und im City Super Center St. Pölten von10 bis 17 Uhr Aktionen der Katholischen Arbeiterjugend, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und des Arbeitslosen-Fonds der Diözese St. Polten. In Linz steht die Aktion unter dem Motto "Wir stellen einen Baum auf - Für einen guten Start ins Arbeitsleben": Ab 10 Uhr wird am Taubenmarkt über die Themen Arbeitslosigkeit und "Stellenwert" informiert. Um 14 Uhr wird mit einem "alternativen" Maibaum vom Schillerpark - musikalisch begleitet vom "Gegenton"-Orchester - zum Taubenmarkt marschiert. Der Maibaum wird dann auf dem Taubenmarkt aufgestellt.
In Salzburg läuft die Jugendaktion unter dem Titel "Jugend außer Betrieb" von 15 bis 17 Uhr im "Oval" (Europapark). Dabei kommen betroffene Jugendliche zu Wort, zwei Kurzfilme über Arbeit suchende Jugendliche werden gezeigt, es gibt ein Kabarett. Am 2. Mai lädt die Katholische Jugend um 19.30 Uhr im Kapitelsaal Salzburg zu einer Veranstaltung über die "Psychische Situation Jugendlicher in Arbeitsnot" ein. Referent ist der Jugendpsychiater Prim. Werner Leixnering.
Am 16. Mai veranstaltet die Katholische Arbeiterjugend der Diözese St. Pölten ihren traditionsreichen "Soli-Marsch" von St. Ägyd ins 30 Kilometer entfernte Mariazell. Zum Abschluss wird mit verschiedenen Aktionen vor der Basilika um Spenden gebeten, die einem Projekt für Lehrstellen suchende Jugendliche in der Diözese St. Pölten zu Gute kommen.
