"Junge Arbeitslose brauchen eine Chance"
Wien, 30.4.07 (KAP) Maßnahmen für arbeitslose Jugendliche hat der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau am Montag gefordert. Im Hinblick auf den "Tag der Arbeitslosen" erinnerte Landau an die schwierige Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Arbeit suchen und keine finden. In Wien waren zuletzt laut AMS 9.724 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Wörtlich meinte Landau: "Es gibt kaum ein schlimmeres Signal an diese jungen Menschen, als dass sie nicht gebraucht werden. Viele von ihnen brauchen keine zweite, sondern eine erste Chance, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen".
Die Anfang April veröffentlichten gesunkenen Arbeitslosenzahlen seien kein Grund für Jubelrufe, sondern Anlass, die Anstrengungen zur Integration besonders benachteiligter Gruppen weiter zu verstärken, betonte der Wiener Caritasdirektor. Diese Gruppen profitierten nämlich nicht in gleichem Ausmaß von einem "positiven Konjunkturklima" wie gut ausgebildete Fachkräfte.
Die Ergebnisse des jüngst abgeschlossenen "Equal"-Projekts "Generation 19+" für junge Langzeitarbeitlose zwischen 19 und 30 Jahren zeigten, wie wichtig und erfolgreich maßgeschneiderte Angebote für diese Gruppe sind. Die Erfolgsquote des Projekt liegt bei 60 Prozent.
Einer der Gründe, der den Zugang junger Menschen ohne Ausbildung und Berufserfahrung zum Arbeitsmarkt erschwert, ist ihr Ausschluss von der Teilnahme an Angeboten des Arbeitsmarktservice. Indem sie keinen Anspruch auf Leistungen des AMS wie Arbeitslosengeld und Notstandshilfe haben, haben sie auch keinen Zugang zu Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik. "Dieser Ausschluss der Sozialhilfeempfänger ist gesellschaftspolitisch kontraproduktiv, und weder sachlich noch vom menschlichen Standpunkt zu rechtfertigen", sagte der Caritasdirektor. Als erwerbsfähig eingestufte Sozialhilfebezieher sollten künftig vom AMS betreut, gefördert und vermittelt werden, forderte Landau: "Dafür braucht es aber auch geeignete Angebote wie eben das jetzt abgeschlossene 'Generation 19+'".
Die Caritas wisse aus Erfahrung, dass langzeiterwerbslose Menschen gefordert werden können, sollen und wollen, sagte Landau: "Am 'Tag der Arbeitslosen' wünsche ich mir für diese Menschen, dass die positiven Erfahrungen und innovativen Ansätze aus solchen Projekten rasch in den Regelbetrieb der Arbeitsmarktpolitik übernommen werden. Wichtig ist dabei, die Menschen dort abzuholen, wo sie gerade stehen, die Angebote müssen also zielgruppenorientiert und maßgeschneidert sein, dann zeitigen sie auch Erfolg".