"Das war ein schöner Beweis für Menschlichkeit"
Wien, 1.5.07 (KAP) "Das war ein schöner Beweis, dass Menschlichkeit in Österreich groß geschrieben wird": Der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau zog am Dienstag Bilanz der Aktion "Kinderhilfsfonds". Auf Initiative von Kardinal Christoph Schönborn hatten Unternehmen und Institutionen in den kirchlichen "Kinderhilfsfonds" 300.000 Euro eingezahlt, sodaß legal in Österreich lebenden jungen Müttern mit ausländischer Staatsbürgerschaft, die oft monatelang auf Familienbeihilfe und Kindergeld warten mussten, eine Überbrückungshilfe gegeben werden konnte. Caritas und Rotes Kreuz arbeiteten bei der Auszahlung eng zusammen; 498 Familien wurden beraten, an 352 von ihnen wurde eine Überbrückungshilfe ausbezahlt.
Als "positiv" bezeichnete es Landau auch, dass die Gesetzesreparatur dann relativ rasch erfolgt ist und die Behörden bei der rückwirkenden Auszahlung von Familienbeihilfe und Kindergeld "sehr zügig" vorgingen. Die wirksame Hilfe durch den "Kinderhilfsfonds" habe offensichtlich auch die Behörden zu entsprechendem Handeln motiviert. Die ungerechtfertigten Härten im Gesetzesvollzug konnten beseitigt werden. Das gebe ihm Hoffnung auch in ähnlich gelagerten Fällen, sagte Landau. Der Wiener Caritasdirektor würdigte die gesamte Aktion "Kinderhilfsfonds" darüber hinaus als Beispiel dafür, dass kirchlicherseits nicht nur Mißstände aufgezeigt werden, sondern "auch versucht wird, praktisch zu helfen". Denn: "Wort und Tat gehören zusammen".
In den Beratungsgesprächen habe sich gezeigt, in welch schwierige Situationen junge Mütter durch die dann vom Nationalrat korrigierten Vorschriften gebracht worden waren, erinnerte Landau am Dienstag. Es habe allein erziehende Mütter gegeben, die nach der Geburt ihres Kindes "ohne Versicherung, ohne Einkommen und ohne Unterstützung durch die Familienleistungen" dastanden. Das zentrale Problem sei immer wieder gewesen, dass Kinder eben nicht "mit Reisepass" auf die Welt kommen, aber vom ersten Augenblick an ein Recht auf Pflege und Zuwendung haben, das auch Kosten verursacht. Die Dankbarkeit der Menschen, die ab dem 18. Dezember des Vorjahrs im Soforthilfebüro im Wiener Erzbischöflichen Palais oder in den Caritas- und Rotkreuz-Beratungsstellen in den Landeshauptstädten vorsprachen, sei "überwältigend" gewesen.
Der "Kinderhilfsfonds" ist ein Fonds des Erzbischofs von Wien; der Fonds wird von der Caritas der Erzdiözese Wien verwaltet. Die Mittel sind zweckgebunden und stehen auch weiterhin für die Hilfe an Kinder in Not zur Verfügung.