Tiroler Missionsbischof Bonifaz Madersbacher gestorben
Innsbruck, 30.4.07 (KAP) Der 88-jährige austro-bolivianische Bischof Bonifaz Madersbacher ist nach langem Leiden in Hall in Tirol gestorben. Mit großem Einsatz hatte sich der Tiroler Franziskaner 25 Jahre lang als Bischof von Chiquitos in Bolivien für die Belange der Armen, der Campesinos und der Indios, eingesetzt. Der Trauergottesdienst findet am Freitag, 4. Mai, um 14.30 Uhr in Hall in der Pfarrkirche St. Nikolaus statt. Anschließend wird Madersbacher im Franziskanerkloster Hall beigesetzt.
Madersbacher wurde am 8. Jänner 1919 in Matrei am Brenner in einer kinderreichen Eisenbahnerfamilie geboren. Er besuchte das Gymnasium "Leopoldinum" in Hall und trat 1934 in den Franziskanerorden ein. Seine theologische Ausbildung absolvierte er in Schwaz und an der Universität Salzburg. 1947 wurde er in der Franziskanerkirche in Schwaz zum Priester geweiht. Anschließend nahm er die Lehrtätigkeit an der Ordenshochschule der Franziskaner in Schwaz auf. 1962 wurde er Guardian des Franziskanerklosters Schwaz, 1964 wurde er zum Provinzial der Tiroler Franziskanerprovinz gewählt.
Sein weiterer Lebensweg führte den Franziskaner nach Lateinamerika. 1970 wurde er im Innsbrucker Jakobsdom vom damaligen Salzburger Erzbischof Eduard Macheiner zum Bischof geweiht und übernahm die Verantwortung für die bolivianische Diözese Chiquitos (San Ignacio de Velasco). Durch den Bau von Krankenhäusern förderte er die medizinische Versorgung und ließ Schulen errichten, um jungen Menschen eine solide Grundausbildung zu ermöglichen. Seine besondere Sorge galt auch der Erhaltung der großartigen Zeugnisse der sakralen Barockarchitektur aus der Missionsepoche des 17. und 18. Jahrhunderts im bolivianischen Tiefland.
Unter den schwierigen Bedingungen der bolivianischen Politik setzte sich Bischof Madersbacher unermüdlich für die Menschen in seiner Diözese ein. Sein wohltuender Einfluss war der bolivianischen Drogenmafia - die im ostbolivianischen Tiefland besonders einflussreich ist - ein Dorn im Auge. Nur knapp entkam er ihren Mordanschlägen.
1989 erlitt Madersbacher einen Schlaganfall, von dem er sich nur langsam erholte. Ein Jahr später kehrte er nach Tirol zurück. Bis ein weiterer Schlaganfall seinen Aktivitäten ein Ende setzte, war der Bischof in der Seelsorge im Einsatz, firmte und hielt Exerzitien. Die letzten Jahre verbrachte er im Altersheim Hall.
Der Präsident des Tiroler Landtages, Prof. Helmut Mader, würdigte das pastorale Wirken des Missionsbischofs, der u.a. auch Tiroler Landesschützenkurat war. "Ich habe immer seinen außergewöhnlichen Einsatz zur Erhaltung der Werte unserer Tiroler Heimat und sein erfolgreiches, von christlicher Nächstenliebe erfülltes Eintreten für die Bevölkerung seiner Diözese in Bolivien geschätzt", sagte Mader.