Ökumene berät nachhaltiges Wirtschaften
Wien, 2.5.07 (KAP) Unter dem Motto "Wirtschaft(en) im Dienst des Lebens" steht am kommenden Freitag ein Studientag, den der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) gemeinsam mit der österreichischen kirchlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax") veranstaltet. Die Tagung dient der Vorbereitung auf die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung in Sibiu (EÖV3) im kommenden September. Im Mittelpunkt stehen Perspektiven nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaftens. So sollen die Themenfelder "Finanzen", "soziales Umfeld" und "Nachhaltigkeit" näher beleuchtet werden.
An der Tagung in der Wirtschaftskammer Österreich nehmen u.a. der ÖRKÖ-Vorsitzende, der evangelische Bischof Herwig Sturm, der Grazer Sozialethiker Prof. Leopold Neuhold und die evangelische Theologin Barbara Rauchwarter teil. Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria, Michael Staikos, wird zum Abschluss der Tagung einem ökumenischen "Schöpfungslob" vorstehen.
Bischof Sturm hat im Vorfeld der Tagung die besondere Verantwortung der Kirchen für ein nachhaltiges Wirtschaften und den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen eingemahnt. Im Gespräch mit "Kathpress" wies er auf das gewaltige personelle und finanzielle Potenzial hin, dass alle Kirchen gemeinsam hätten. "Wenn alle Kirchen gemeinsam einen verantwortungsvolleren Umgang mit Energie einleiten, dann hat das in Europa auch eine spürbare Auswirkung", zeigte sich der evangelische Bischof überzeugt.
Er erwarte sich u.a. auch in dieser Hinsicht von der EÖV3 in Sibiu "dichte Willensäußerungen" der Kirchen, so Sturm. Die Kirchen müssten sich zuallererst selbst verpflichten, eine neue Lebensweise einzuschlagen und so eine Vorreiterrolle einzunehmen. Sturm: "Viele Menschen warten auf so ein Zeichen. Jetzt entscheidet sich die Zukunft für unsere Kinder und Kindeskinder." Noch sei auch die notwendige Handlungsfähigkeit gegeben, sagte der Bischof.
Unterstützt wird die Tagung am kommenden Freitag, zu der zahlreiche Sibiu-Delegierte aller in Österreich vertretenen Kirchen erwartet werden, vom Institut für Sozialethik der Universität Wien, der Katholischen Sozialakademie Österreichs und der Wirtschaftskammer Österreich.