"Wir dürfen die Irak-Flüchtlinge nicht alleine lassen"
Damaskus-Wien, 11.5.07 (KAP) "Wir dürfen die verzweifelten Irak-Flüchtlinge nicht allein lassen": Dies betonte am Freitag Thomas Preindl, der Leiter der Katastrophenhilfe der österreichischen Caritas. Gemeinsam mit Stefan Maier, dem Leiter der Auslandshilfe der Caritas Salzburg, koordiniert Preindl in Syrien die Hilfsmaßnahmen der österreichischen Caritas. "Folter, Schusswechsel, Kinder, die in ihren Armen verblutet sind: Die Erlebnisse, die uns die Menschen erzählen, gleichen einander und sind unglaublich brutal. Gewalt steht im Irak auf der Tagesordnung. Es ist einfach unvorstellbar, was die Flüchtlinge aus dem Irak bereits mitgemacht haben", berichtete Preindl. Besonders die Christen sind vor Gewalt und Verfolgung im Irak in Scharen geflohen und konnten vielfach nichts als das nackte Leben retten.
Insgesamt sind derzeit rund vier Millionen Iraker auf der Flucht - zwei Millionen davon im eigenen Land, zwei Millionen in den Nachbarländern, davon 1,3 Millionen allein in Syrien. In der Stadt Hassake im Nordosten Syriens sind laut UNHCR 3.000 Irak-Flüchtlinge registriert. Wieviele es tatsächlich sind, weiß niemand. Die Caritas Österreich unterstützt dort schon seit 2003 gemeinsam mit ihren lokalen Partnern bitterarme Familien durch medizinische Versorgung. Diese Hilfe, die sich bisher an syrische Familien in Not gerichtet hat, werde nun auf Irak-Flüchtlinge erweitert, sagte Preindl: "Das Gesundheitssystem im Irak existiert schon lange nicht mehr. Viele Verletzungen wurden nicht behandelt, die traumatischen Erlebnisse in der Heimat und die Armut haben die Menschen zusätzlich krank gemacht".
Ebenso dringend ist es, den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen: Obwohl der Schulbesuch gratis ist, können sich viele die nötigen Schulsachen und Schuluniformen nicht leisten. Zudem sind die Schulen in Syrien - ebenso wie die Spitäler - durch den Zustrom der Flüchtlinge überfüllt. Ein Drittel der irakischen Kinder in Syrien kann deshalb nicht den Unterricht besuchen. Neben Schulsachen und Schuluniformen will die Caritas den Irak-Flüchtlingen auch mit Gutscheinen für Hygieneartikel sowie Matratzen und Decken helfen. Babys und Kinder sollen Zusatznahrung erhalten.
Auch in der syrischen Hauptstadt Damaskusunterstützt die Caritas Österreich Gesundheitsprogramme für irakische Flüchtlinge. Die Caritas tut alles, um den Menschen dort, wo sie jetzt sind, den Alltag zu erleichtern und ihr Leid zu lindern. Preindl: "Das allein reicht aber bei weitem nicht. Mittel- und langfristig braucht es auch die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft. Es geht schließlich darum, dass die Flüchtlinge aus dem Irak wieder Perspektiven bekommen und ein neues Leben in Sicherheit beginnen können". Auch die österreichische Bevölkerung bittet der Leiter der Caritas-Katastrophenhilfe dringend um Unterstützung: "Der Preis, den die Zivilbevölkerung für die Auseinandersetzungen im Irak bezahlen muss, ist enorm. Viele irakische Flüchtlinge sind verzweifelt, haben mittlerweile ihren ganzen Mut verloren". (Spenden: Kto. Nr. 7.700.004 PSK, BLZ 60 000, Kennwort: Irak-Flüchtlinge, Online-Spenden: www.caritas.at).