Bischof Schwarz kritisiert soziale Schieflage in Österreich
Berlin-Linz, 23.5.07 (KAP) Die soziale Schieflage in Österreich hat der Linzer Bischof Ludwig Schwarz bei einem Treffen der "Sozial-Bischöfe" der "Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes" (ComECE) in Berlin kritisiert. Schwarz warnte bei der Tagung vor einer rasant steigenden Armutsgefährdung in Österreich und kritisierte die ungerechte Verteilung des Reichtums. Wörtlich sagte Schwarz: "Österreich gilt als eines der reichsten Länder der Welt. Dennoch ist dieser Reichtum nicht gerecht oder fair verteilt, ja im Gegenteil wächst die Zahl jener, die daran nicht beteiligt sind, rasant an".
In der von der neuen koalitionären Bundesregierung vereinbarten Grundsicherung sieht Schwarz einen Hoffnungsschimmer. Die Mindestsicherung von 726 Euro für Sozialhilfebezieher und Pensionisten schaffe einen sinnvollen Rahmen für eine neu überdachte Sozialpolitik.
Eindringlich wies der Bischof auf die Situation der Arbeitslosen hin und betonte den notwendigen Beitrag der Kirchen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit: "Die Kirche setzt sich in verschiedener Form für Arbeitslose ein, konkret etwa durch direktes Engagement in Arbeitslosenstiftungen". Darüber hinaus müsse es Sorge der Kirche sein, auch gegenüber der EU deutlich zu machen, dass gerade der wettbewerbsfähigste und bildungsstärkste Wirtschaftsraum auf die soziale Komponente nicht vergessen darf. Die einzelnen Menschen dürften nicht wehrlos den Zwängen des internationalen Marktgeschehens ausgesetzt werden, so Bischof Schwarz.
Bischof Schwarz sprach weiters auch die Themen Familie und arbeitsfreier Sonntag an: "Unser Anliegen ist nicht nur der Gottesdienstbesuch, sondern der gemeinsame Feiertag, in religiöser und sozialer Hinsicht. Ein individueller arbeitsfreier Tag, je nach Maßgabe der wirtschaftlichen Sachzwänge, für die einen am Montag, für andere am Mittwoch, zerstört die Familien, die Keimzelle des sozialen Zusammenlebens", sagte der Bischof wörtlich.