Kirche von Kleinmariazell ist jetzt Basilika
Wiener Neustadt, 28.5.07 (KAP) Die Kirche von Kleinmariazell wurde zur Basilika erhoben. Das vom Präfekten der vatikanischen Gottesdienstkongregation, Kardinal Francis Arinze, und dem Sekretär der Kongregation, Erzbischof Albert M. Ranjith, unterzeichnete Dekret wurde am Pfingstmontag beim Gottesdienst in der Wallfahrtskirche von Kleinmariazell verlesen. Der feierliche Gottesdienst zur Erhebung der Kirche von Kleinmariazell zur Basilika wird am 15. November stattfinden; Kardinal Christoph Schönborn wird in Anwesenheit des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Edmond Farhat um 11 Uhr den Festgottesdienst zelebrieren.
Den Titel einer "Basilika" verleiht der Papst bedeutenden Kirche. Eine solche "Basilika" erkennt man am Papstwappen des regierenden Papstes über dem Eingangsportal. Die Verleihung des Ehrentitels bezweckt die Stärkung der Bindung der einzelnen Kirchen an den Bischof von Rom und soll die Bedeutung dieser Kirche für das Umland besonders hervorheben.
Der 15. November ist das Fest des Heiligen Leopold, des niederösterreichischen Landesheiligen. Der Heilige hatte im Jahr 1136 Kleinmariazell unter dem Namen "Mariazell in Österreich" gegründet. Benediktinermönche aus dem bayrischen Kloster Altaich wurden ins niederösterreichische Voralpenland berufen. Vom 12. bis 18. Jahrhundert waren Kirche und Kloster Kleinmariazell Anziehungspunkt für Wallfahrer, die auf der "Via Sacra" nach Mariazell unterwegs waren. 1782 verfügte Kaiser Joseph II. die Aufhebung des Klosters. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden große Teile der Anlage abgerissen.
1994 nahmen die Pfarrgemeinde Kleinmariazell, die politische Gemeinde Altenmarkt, die Erzdiözese Wien, die niederösterreichische Landesregierung und das Bundesdenkmalamt die umfassenden Renovierungsarbeiten in Angriff. Am 29. November 1998 fand die Neueinweihung der Wallfahrtskirche statt. Die im Kern romanische einstige Stiftskirche - mit spätromanischem Westportal - wurde zwischen 1250 und 1610 oftmals restauriert und umgebaut. 1750-1780 erfolgte der spätbarocke Umbau mit einer Einwölbung, wobei die Flachkuppeln 1765 von Johann Bergl mit farbenreich-prächtigen Fresken ausgestattet wurden. Die Fresken des Troger-Schülers in Kleinmariazell gelten als das Hauptwerk dieses spätbarocken Künstlers.
Im September 2005 segnete Kardinal Schönborn das neue Kloster der "Samaritanischen Gemeinschaft" in Kleinmariazell. Die "Samaritanische Gemeinschaft" wurde vom polnischen Priester Andrzej Michalek gegründet. Sie setzt sich besonders für die Verbreitung des Evangeliums in Mittel- und Osteuropa, für die Jugendseelsorge und die Behindertenbetreuung ein. In Zukunft wird die "Samaritanische Gemeinschaft" für die Seelsorge im Oberen Triestingtal zuständig sein.