"Bibeln in deutscher Sprache vor Martin Luther"
Wien, 29.5.07 (KAP) Das Wiener Franziskanerkloster präsentiert ab 1. Juni eine Ausstellung über "Bibeln in deutscher Sprache vor Martin Luther". Vor Luthers Übersetzung erschienen insgesamt 14 hochdeutsche und vier niederdeutsche Übersetzungen im Druck.
P. Gottfried Wegleitner OFM, Guardian des Franziskanerklosters in Wien, betont, dass "der Orden als Träger von Kultur und Geschichte seine geistigen Schätze der Öffentlichkeit präsentieren will". Die gezeigten Bibeln, die aus den verschiedenen österreichischen Franziskaner-Bibliotheken stammen, werden zum ersten Mal in einer Gesamtschau gezeigt. P. Wegleitner hofft darauf, dass die Menschen neue Freude an der Heiligen Schrift gewinnen: "Die Besucher haben die Möglichkeit, die über 500 Jahre alten Bibeln zu betrachten und damit das Gotteswort neu zu entdecken."
Die erste deutsche Gesamtbibel druckte Johannes Mentelin 1466 in Straßburg. Am weitesten verbreitet war die deutsche Bibel, gedruckt von Anton Koberger im Jahr 1483 in Nürnberg. Die Koberger- und die Mentelin-Bibel sind bei der Ausstellung der Franziskaner zu sehen. Ebenso eine Bibel von Martin Luther aus dem Jahr 1524, die Eggstein-Bibel (um 1470), die Zainer-Bibel (1476) und die Schedelsche Weltchronik. Diese Chronik stammt aus dem Jahr 1493 und ist eine Gesamtschau der damals bekannten Weltgeschichte: von der Schöpfung über die Erzählungen des Alten und Neuen Testaments bis hin zur damaligen Aktualität.
Die Ausstellung "Bibeln in deutscher Sprache vor Martin Luther" ist vom 1. bis 13. Juni bei freiem Eintritt im Franziskanerkloster (Franziskanerplatz 4, 1010 Wien) zu besichtigen. In der "Langen Nacht der Kirchen" ist die Ausstellung bis Mitternacht geöffnet.