Landau erneuert Forderung nach Gesamtkonzept für Pflege
Wien, 29.5.07 (KAP) Der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau hat seine Forderung nach einem Gesamtkonzept zur Regelung der Pflege in Österreich erneuert. Er rief Bund und Landesregierungen auf, "endlich faire Lösungsvorschläge zu präsentieren". In einem Gastbeitrag für die "Kronenzeitung" (Dienstagausgabe) schreibt Landau, es gehe bei der Neuregelung der Pflege um "wesentlich mehr als um die Frage der 24-Stunden-Betreuung zu Hause". In ein Gesamtmodell gehörten vielmehr auch die Entlastung pflegender Angehöriger, Modelle der Tagesbetreuung, Wohngemeinschaftsmodelle sowie moderne Senioren- und Pflegehäuser integriert. Landau wörtlich: "Wer sagt, mit der 24-Stunden-Betreuung zu Hause sei der Pflegenotstand gelöst, der lügt sich in den Sack!"
In der vergangenen Woche hatte Sozialminister Erwin Buchinger vorgeschlagen, den Pflegedienst ab der Pflegestufe 5 zu fördern. Der Vorschlag hatte heftige Kritik geerntet, da er rund 85 Prozent aller Pflegebedürftigen von der Förderung ausschließe. Landau betont daher, dass das vorliegende Modell "völlig unbefriedigend" sei. So drohe insbesondere die Gruppe der demenzkranken Menschen ausgeschlossen zu werden. Diese Patienten seien zumeist sehr pflegeintensiv und für pflegende Angehörige mitunter eine große Belastung, jedoch erhielten sie "in aller Regel ein viel zu niedriges Pflegegeld". Wenn das vorliegende Modell umgesetzt werde, so Landau, werde es daher weiterhin sehr viele Menschen geben, sie sich "keine legale Pflege leisten können".
Der Wiener Caritas-Direktor weist dagegen auf die Notwendigkeit einer "solidarischen Finanzierung" der Pflege hin, die "auf sozial Schwache Rücksicht nimmt". Ein solches Finanzierungsmodell könne etwa durch einen Pflegelastenausgleichsfonds gesichert werden. Wie Landau hervorhebt, müsse das Gesamtkonzept außerdem "einheitliche Qualitätsstandards" für die Pflege umfassen.