Kinderbetreuungsgipfel: "mutige Schritte" gefordert
Wien, 29.5.07 (KAP) "Mutige Schritte" erhofft sich der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) vom "Kinderbetreuungsgipfel", zu dem am Dienstagabend Familienministerin Andrea Kdolsky, Frauenministerin Doris Bures, Unterrichtsministerin Claudia Schmied, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Staatssekretärin Christine Marek zusammentreten. KFÖ-Präsident Johannes Fenz sagte, primär gehe es darum, ideologische Gräben zu überwinden, persönliche Lebensmodelle nicht gegeneinander auszuspielen und die Wahlfreiheit der Eltern in den Mittelpunkt zu stellen.
"Wenn die Mehrheit der Eltern Kinder unter drei Jahren zu Hause betreuen will, ist das zu respektieren", so Fenz am Dienstag in einer Aussendung. Ebenso sei zu akzeptieren, dass es Eltern gibt, "die kleine Kinder haben und trotzdem gerne erwerbstätig sein möchten oder aber aus finanziellen Gründen berufstätig sein müssen". Sie bräuchten entsprechende Betreuungsangebote, so die Botschaft von Fenz an die Regierungsmitglieder.
Damit die Wahlfreiheit der Eltern tatsächlich gewährleistet ist, sind nach Ansicht des KFÖ-Präsidenten ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld, eine verstärkte Unterstützung von individuellen Betreuungsmöglichkeiten sowie ein bundesweit einheitliches Rahmengesetz für Kinderbetreuungseinrichtungen Voraussetzung. Fenz schlägt beim Kinderbetreuungsgeld die Einführung einer zweiten Säule vor: Neben dem derzeitigen Modell (436 Euro pro Monat für alle) sollte bei Erwerbstätigen ein gedeckelter, einkommensabhängiger Zuschlag dazukommen. "Das könnte einerseits für gut ausgebildete Frauen eine Motivation sein, sich rechtzeitig mit der Kinder-Frage auseinanderzusetzen, andererseits einen Anreiz für Väter darstellen, sich bei der Kinderbetreuung stärker zu engagieren."
Fenz weist auch darauf hin, dass individuelle Betreuungsmöglichkeiten wie Tagesmütter wesentlich niedriger gefördert und unterstützt würden als etwa öffentliche Krippenplätze. Ebenso fehlten bei den Tagesmüttern einheitliche Regelungen für Ausbildungs- und Qualitätsstandards. Ein bundesweit einheitliches Rahmengesetz könnte unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten Richtlinien für Öffnungszeiten und Elternbeiträge sowie Standards für Gruppengrößen, Personalschlüsselusw. enthalten.
