Bartholomaios I. spendete für SOS-Kinderdorf
Wien, 29.5.07 (KAP) Das niederösterreichische SOS-Kinderdorf "Wienerwald" in der Hinterbrühl erhielt vom Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel eine Spende von 5.000 US-Dollar. Überbracht wurde die Spende, die Patriarch Bartholomaios I. bei seinem Besuch des SOS-Kinderdorfs im März zugesagt hatte, durch den Wiener griechisch-orthodoxen Metropoliten Michael Staikos. Auf eigenen Wunsch hatte Patriarch Bartholomaios I. das Kinderdorf Wienerwald im Rahmen seiner Österreich-Visite im März besucht.
Wie Monika Franta von SOS-Kinderdorf, im Gespräch mit "Kathpress" mitteilte, werde das Geld für ein neues Familienprojekt verwendet, das ab Herbst starten soll. Unter dem Dach des neu eingerichteten Diagnose- und Therapiezentrums "Bienenhaus" soll es Familien ermöglicht werden, umfassende sozialtherapeutische und psychologische Hilfe zu bekommen. Bei diesem Projekt gehe es darum, "Familien dauerhaft zu stabilisieren, damit es gar nicht erst dazu kommt, dass Kinder Familien weggenommen werden müssen", so Franta. Das Projekt stelle eine "inhaltliche Weiterentwicklung" des Kinderdorf-Gedankens dar, insofern es "präventiv" ansetze und das Familienleben insgesamt aufrecht zu erhalten versuche. Konkret werde das Geld insbesondere für den mit diesem Projekt verbundenen Personalaufwand verbunden.
Mit seinen 22 Familienhäusern und sieben begleitenden Einrichtungen ist das SOS-Kinderdorf "Wienerwald" das größte von inzwischen 100 derartigen Einrichtungen in Europa und feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen. Das Dorf wurde 1957 als viertes österreichisches SOS-Kinderdorf von Hermann Gmeiner persönlich gegründet. Seit seiner Entstehung vor 50 Jahren sind im SOS-Kinderdorf "Wienerwald" etwa 1.200 Kinder aufgewachsen, in den umliegenden Einrichtungen wurden mehr als 2.500 Kinder und Jugendliche betreut. Seit drei Jahren gibt es eine eigene sonderpädagogische Förderklasse. Eine Neuerung stellt das Diagnose- und Therapiezentrum "Bienenhaus" dar, in dem junge Menschen mit sozialen und psychischen Störungen behandelt werden. Das Nachbetreuungs- und Kriseninterventionszentrum in Mödling bietet Beratung und Unterstützung für ehemalige SOS-Kinder.
Das erste Kinderdorf errichtete der tiefgläubige Christ Gmeiner 1949 in Imst (Tirol). Seitdem wuchs die Zahl der SOS-Kinderdörfer auf derzeit 444 an, begleitet von rund 1.700 weiteren Einrichtungen. 26 Dörfer befinden sich zur Zeit in Planung. Insgesamt betreut SOS-Kinderdorf etwa eine Million Kinder.
Höhepunkte des Jubiläumsjahres werden u.a. eine Fachtagung am 14./15. Juni zum Thema "Auf die Stärken bauen - Rückblick, Einblick, Ausblick" im Landhaus St. Pölten sein sowie eine Fachtagung von SOS-Kinderdorf-International vom 9. bis 13. Juli, zu der die Leitungspersönlichkeiten sämtlicher 444 Kinderdörfer im Kinderdorf-"Wienerwald" erwartet werden. Zum Jubiläumsfest am 15. September hat sich Bundespräsident Heinz Fischer angesagt.