Kothgasser erläuterte im ORF-"Report" seine Haltung
Salzburg, 30.5.07 (KAP) Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser hat seine Haltung bekräftigt, dass er eine hohe Landesauszeichnung nicht aus der Hand von Landeschefin Gabi Burgstaller entgegennehmen will. "Ich kann keinen Kompromiss eingehen in Fragen des Lebensrechtes", so der Erzbischof in der ORF-TV-Sendung "Report". Er danke dem Land Salzburg für die Wertschätzung, die durch die geplante Ehrung anlässlich seines bevorstehenden 70. Geburtstages zum Ausdruck komme und "schätze das Land auch über die Maßen". Aber vor zwei Jahren habe die Landeschefin die Möglichkeit von Abtreibungen im St. Johanns-Landeskrankenhaus in Salzburg durchgesetzt. Das mache es ihm unmöglich, die Auszeichnung aus der Hand von Gabi Burgstaller zu empfangen.
Der Wiener Pastoraltheologe Prof. Paul M. Zulehner unterstützte im "Report" die Haltung von Erzbischof Kothgasser. In Salzburg werde zahlenmäßig jede Woche eine ganze Schulklasse abgetrieben. Beseitigt würden nicht die sozialen Ursachen der Abtreibung, sondern die Kinder. Das sei nicht "sozialistisch". So gesehen sei der Erzbischof "der letzte Sozialist von Salzburg", anders als die im Grunde "unsozialistisch" agierende Landeschefin, so Zulehner.
Auch Hemma Schöffmann von der "Aktion Leben"-Salzburg sagte, sie würde sich wünschen, dass die Politik genauso viel Energie in bessere Rahmenbedingung für werdende Eltern investieren würde als in die Durchsetzung von Abtreibungen. Gabi Burgstaller sagte im "Report", sie akzeptiere die Entscheidung des Erzbischofs, die Auszeichnung nicht anzunehmen. Was sie aber nicht wolle, sei eine Debatte auf dem Rücken derer, die in Not geraten sind, verteidigte die Landeschefin ihr Ja zur Abtreibung.