Caritas startet neues Kinderpatenschaftsprogramm
Wien, 30.5.07 (KAP) Die Caritas startet unter dem Motto "Damit Kinder sich eine schöne Zukunft ausmalen können" ein neues Kinderpatenschaftsprogramm, mit dem rund 6.000 Kindern weltweit geholfen werden soll. Millionen von Kindern leben weltweit im Elend und ohne Zukunftschancen, betonte Caritas-Präsident Franz Küberl am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Er appellierte an die Verantwortung der Politik, aber auch die Einzelnen: "Das Zögern kostet Zukunftschancen oder sogar das Leben von Millionen von Kindern auf der ganzen Welt. Diese Kinder können nicht länger warten".
Christoph Petrik-Schweifer, Auslandshilfechef der Caritas Österreich, nannte einige dramatische Zahlen: 6,5 Millionen Kinder sterben jährlich an Hunger, 100 bis 200 Millionen leben auf der Straße, 218 Millionen müssen arbeiten und werden oft auch sexuell ausgebeutet, 121 Millionen können nicht die Schule besuchen. Dazu kommen etwa auch 15 Millionen AIDS-Waisen. Das zentrale Problem sei dabei die Armut, die den Kindern jede Zukunftschance von vornherein nehme, so Petrik-Schweifer. Die UN-Kinderrechtskonvention gehöre zweifellos zu den am häufigsten gebrochenen Übereinkommen.
Küberl sprach in diesem Zusammenhang von einem "Kreislauf der Entsetzlichkeit", dem man massive Akte der Kinderfreundlichkeit entgegensetzen müsse. Der Caritas-Präsident mahnte die österreichische Regierung, endlich ihre Verantwortung ernst zu nehmen, und wesentlich mehr Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen. Zudem würden zur weltweiten Armutsbekämpfung auch neue Finanzierungsquellen benötigt, etwa die Besteuerung von Devisentransaktionen, die sogenannte "Tobin Tax".
Der Appell gelte allen Industrienationen, die demnächst zum G 8-Gipfel in Heiligendamm zusammenkommen, sagte Küberl. "Die Erreichung der Millenniums-Ziele der Vereinten Nationen, die die Halbierung der weltweiten Armut bis 2015 zum Ziel haben, ist ein lebenswichtiger Beitrag zum Wohl der Kinder. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf", so Petrik-Schweifer.
Um Kindern weltweit ein Leben mit Zukunftschancen zu sichern, sei aber nicht nur die Politik sondern auch jeder einzelne gefordert, betonte der Caritas-Präsident. Die Caritas bietet nun dafür Projektpatenschaften an. Dabei übernehmen Patinnen und Paten jeweils symbolisch den monatlichen Unterhalt eines Kindes in dem von ihnen ausgesuchten Projekt (etwa Waisenhäuser, Straßenkinderzentren, Behinderteneinrichtungen oder Schulen). Küberl: "Liebe, Geborgenheit und einfach Kind sein dürfen, das wünschen sich Kinder in aller Welt gleichermaßen. Doch der Alltag vieler Mädchen und Buben in ärmeren Ländern ist geprägt von Leid, Armut, Kriminalität und Grausamkeit. Patinnen oder Paten im Caritas-Kinderpatenschaftsprogramm helfen mit, Kindern in Not einen Funken Hoffnung in ihrem Leben zu geben".
Den Paten werde aber nicht jeweils ein ganz bestimmtes Kind zugeteilt, erläuterte Küberl: "Unsere Erfahrung ist es, dass dann einige Kinder viele, andere jedoch gar keine Paten bekommen. Wir wollen aber allen Kindern eine Chance geben und deshalb werden die Spenden für alle Mädchen und Burschen gleichermaßen verwendet". So sei zudem gewährleistet, dass auch infrastrukturelle Maßnahmen finanziert werden könnten und dass die Hilfe nachhaltig und langfristig wirke. Die Höhe des monatlichen Betrags ist vom Projekt abhängig und liegt zwischen 15 und 40 Euro. Die Patenschaft kann als Dauerauftrag oder Einziehungsauftrag laufen und jederzeit storniert werden. Zahlreiche Sponsoren, allen voran die Volksbanken als Hauptsponsor, unterstützen das Kinderpatenschaftsprogramm. (Informationen: Internet: www.patenschaften.at, Hotline: 0800/880.280).