Neuer reformierter Landessuperintendent
Wien, 31.5.07 (KAP) Der reformierte Oberkirchenrat Thomas Hennefeld ist zum neuen Landessuperintendenten seiner Kirche für Österreich gewählt worden. Die in Wien tagende Synode der Reformierten Kirche wählte den aus Wien stammenden 41-jährigen Theologen am 31. Mai mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit. 17 der 21 abgegebenen Stimmen entfielen auf Hennefeld. Der neue Landessuperintendent tritt sein Amt am 1. September an. Sein Vorgänger Wolfram Neumann geht mit 31. August in Pension.
Thomas Hennefeld wurde in Wien geboren. Nach der Matura studierte er evangelische Theologie in Wien und Zürich. Dem Lehrvikariat in der Reformierten Stadtkirche in Wien folgte 1998 die Wahl zum Pfarrer der Gemeinde Wien-West. Seit 1993 ist er Redakteur beim Reformierten Kirchenblatt, seit 1999 Chefredakteur. Außerdem ist er Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich und hat seine Kirche bei mehreren internationalen kirchlichen Versammlungen vertreten. Seit 2005 ist Hennefeld geistlicher Oberkirchenrat in der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich. Hennefeld ist verheiratet.
Reformiertes Profil
Im Gespräch mit "Kathpress" betonte Hennefeld, dass er besonders die Zusammenarbeit unter den reformierten Gemeinden in Österreich fördern wolle. Trotz aller Unterschiede gelte es, ein gemeinsames reformiertes Profil zu leben und pointiert reformierte Positionen in Kirche und Gesellschaft einzubringen.
Der designierte Landessuperintendent wies in diesem Zusammenhang auf den unmittelbaren Zusammenhang von Spiritualität und gesellschaftlichem Einsatz hin, der die reformierte Kirche auszeichnen müsse. Als kleine Kirche zeige man auch besondere Sensibilität für andere Minderheiten, so Hennefeld.
Ein besonderes Anliegen ist Hennefeld auch der christlich-jüdische Dialog sowie der Einsatz für den Frieden im Nahen Osten. In diesem Sinne wolle er sich auch innerkirchlich für ein stärkeres Engagement einsetzen, um den Friedensprozess zwischen Palästinensern und Israelis wieder in Gang zu bringen. Dies müsse weniger über theoretische Erklärungen als vielmehr über konkrete Friedensprojekte vor Ort erfolgen, bei denen der Dialog zwischen den Völkern forciert wird.
Geistliche Leitung
Der reformierte Landessuperintendent hat nach der Kirchenverfassung die Aufgabe der "geistlichen Leitung" der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich und die Aufsicht über die kirchliche Ordnung. Zusammen mit dem Oberkirchenrat H.B. führt der Landessuperintendent die Aufsicht über die Amtsführung der kirchlichen Amtsträger. Der Landessuperintendent sorgt für die wissenschaftliche und berufliche Fortbildung der reformierten Pfarrerinnen und Pfarrer, betreut die reformierten Theologiestudierenden und leitet die Pfarrkonferenzen.
Die Evangelische Kirche H.B. in Österreich zählt rund 14.000 Mitglieder in den neun reformierten Gemeinden Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Linz, Oberwart, Wien-Innere Stadt, Wien-Süd und Wien-West.