"Trigos"-Preise 2007 vergeben
Wien, 31.5.07 (KAP) Elf "Trigos"-Preise für Unternehmen, die wirtschaftlichen Erfolg mit hohen sozialen und ökologischen Ansprüchen verbinden, sind am Mittwochabend bei einem Festakt im Wiener "Uniqa"-Tower verliehen worden. Caritas-Präsident Franz Küberl sagte als Vertreter einer der acht Trägerorganisationen, die Bereitschaft österreichischer Unternehmen, soziale Verantwortung wahrzunehmen, steige kontinuierlich an. Die Caritas habe vor dem "Trigos"-Preis alljährlich die Auszeichnung "Elisa" für vorbildliche Sozialprojekte von Wirtschaftsunternehmen verliehen, jetzt könne durch die Kooperation mit Vertretern der österreichischen Wirtschaft größere Breitenwirkung erzielt werden. Das Interesse an "Social Sponsoring" wachse, ebenso wie die Bereitschaft von Führungskräften aus der Wirtschaft, im Rahmen der Initiative "Brückenschlag" Praktika bei Non-Profit-Organisationen und Sozialeinrichtungen zu leisten.
Die zehn vorbildlichsten Projekte unter insgesamt 84 Einreichungen wurden vorgestellt und ausgezeichnet - in den drei Kategorien "Gesellschaft", "Arbeitsplatz" und "Markt"; heuer wurde erstmals der Microsoft-Sonderpreis "Chancengleichheit im 21. Jahrhundert" verliehen, zusätzlich ein Publikumspreis durch die rund 500 Gäste der Gala. Überreicht wurden die Trophäen u.a. von den Bundesministern Josef Pröll und Erwin Buchinger.
In der Kategorie "Markt - klein" wurde das kirchliche Bildungshaus St. Georgen am Längsee prämiiert, das im Rahmen des EU-Projektes "Sustainable Churches - Glaubwürdig nachhaltig wirtschaften" seit dem Jahr 2005 ein europäisches Umweltmanagementsystem (EMAS) durchführt. Alle Prozesse im Haus wurden auf ihre gesetzliche Umweltverträglichkeit geprüft, die Infrastruktur des Kärntner Bildungshauses konnte durch Sofortmaßnahmen verbessert werden. Sogar die Lieferantenbeziehungen des Bildungshauses wurden einer Neubewertung unterzogen: Die Auftragsvergabe erfolgt nur noch an regionale Unternehmen und nach EMAS-Standards.
Die Jury honorierte "vor allem den bewusstseinsbildenden Ansatz bei der Einführung des Umweltmanagementsystems nach EMAS": Von Anfang an seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden gewesen,somit sei eine hohe Identifikation mit dem Projekt erreicht worden. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Unternehmen hinsichtlich Umweltschutz wurde positiv bewertet: Vor der Projektrealisierung durchleuchtete das Bildungshaus St. Georgen alle Bereiche des Hauses auf deren Unweltverträglichkeit.
Die Qualität der eingereichten Projekte steige "von Jahr zu Jahr", sagte Reinhold Mitterlehner von der Wirtschaftskammer Österreich. Das zeige, dass CSR (Corporate Social Responsibility) für Österreichs Unternehmen immer wichtiger werde.
Ausgezeichnet wurden in der Kategorie "Gesellschaft" die GBL (Gemeinnützige BeschäftigungsgmbH Liezen) für ihr regionales Reparaturnetzwerk, die Windkraft Simonsfeld GmbH&Co KG und die OMV für ein Hepatitisprophylaxe-Projekt in der Wüste Südpakistans; in der Kategorie "Markt" neben dem Bildungshaus St. Georgen auch die "Erste-Sparinvest" für einen Umweltaktienfonds und die Österreichische Kontrollbank für ein Mikrokredit-Modell für Mitglieder von Handwerkerverbänden in Westafrika. In der Kategorie "Arbeitsplatz" reüssierten die Firma "Technikon" für die besondere Förderung von Mitarbeiterinnen im Technologieumfeld, das Erlebnisdorf "Trofana" für ein familienfreundliches Arbeitszeit-Vorzeigemodell im Tourismus und die "Anton Paar GmbH" für ein Arbeitsumfeld, das den Mitarbeitenden körperlichen und auch mentalen Komfort bietet.
Die Trägerorganisationen der "Trigos"-Preise sind Caritas, Österreichisches Rotes Kreuz, SOS-Kinderdorf, WWF, Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer Österreich, Business Data Consulting Group und "Die Presse".