Salzburg: 60 Jahre Kath. Frauenbewegung
Salzburg, 3.6.07 (KAP) Rund 7.000 Frauen aus ganz Österreich feierten am Samstag in Salzburg unter dem Motto "Die Kraft ist weiblich" mit zahlreichen Festgästen den 60. Geburtstag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö). Frauenministerin Doris Bures, die Staatssekretärinnen Christine Marek und Christa Kranzl sowie Landeschefin Gabi Burgstaller und die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs, Luitgard Derschmidt, würdigten beim Festakt auf dem Kapitelplatz das große Engagement der kfbö in Kirche und Staat. Sie forderten die mit rund 200.000 Mitgliedern größte Frauenorganisation des Landes zur weiteren parteiübergreifenden Zusammenarbeit auf. Denn trotz unterschiedlicher Weltanschauungen gibt es, wie Frauenministerin Doris Bures betonte, gemeinsame Schnittstellen im Engagement für die gerechte Verteilung von Vermögen, Macht und Einfluss zwischen Männern und Frauen und zwischen Arm und Reich. Die Solidarität sei dabei ein gemeinsamer Grundpfeiler.
Die sozialdemokratische Salzburger Landeschefin Gabi Burgstaller dankte mit sehr persönlichen Worten für "die unglaublich positive Prägung", die sie in ihrem Leben durch die Katholische Frauenbewegung erfahren durfte: "Denn eigentlich haben sie mich neben meiner Mutter und meiner Familie gelehrt, wie wichtig es ist, über den Tellerrand hinaus zu schauen". Die kfbö habe ihr nicht nur vermittelt, dass die Kirche auch weiblich ist. Sie habe ihr auch sehr bald mit der "Aktion Familienfasttag" gezeigt, was gelebte Solidarität ist und welche Bedeutung Hilfe zur Selbsthilfe hat. Bereits als Kind sei sie durch diese entwicklungspolitische Initiative der kfbö über die schwierigen Lebensbedingungen von Menschen in anderen Ländern informiert und zum Teilen motiviert worden. Gabi Burgstallter wünschte der Katholischen Frauenbewegung weiterhin "jene weibliche Kraft, die Berge versetzt, die Hürden abbaut, Brücken schlägt, damit die Menschen zueinander finden".
An dem Festakt nahmen auch die oberösterreichische Landtagspräsidentin Angela Orthner, Caritaspräsident Franz Küberl, Vertreterinnen zahlreicher Schwesterorganisationen aus anderen christlichen Kirchen und den Nachbarländern teil. Der Generalvikar der Erzdiözese Salzburg, Prälat Hansjörg Hofer, sowie Mitglieder des Domkapitels waren anwesend.
Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser feierte am Nachmittag mit den Frauen einen Festgottesdienst im Salzburger Dom. Dabei dankte er für deren Einsatz für das Evangelium und die Menschen. Bei der Messfeier wurde auch eine Botschaft des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Edmond Farhat verlesen. Darin wird die kfbö ermutigt, weiterhin für die Interessen der Frauen und Familien in Kirche und Staat einzutreten.
Dank und Glückwünsche der Kirche hatte bereits am Freitagabend bei einer Vesper in der Basilika Maria Plain der langjährige "Frauen-Bischof" Maximilian Aichern übermittelt. Für den Linzer Altbischof ist die Katholische Frauenbewegung "ein Garant für die religiöse Erziehung in der Familie und für die gläubige, weltoffene Lebensanschauung in den Pfarren". Er dankte der Katholischen Frauenbewegung für ihre zahlreichen lebendigen Impulse, für die gute Zusammenarbeit und das vertrauensvolle Klima, das nicht nur er, sondern über Jahrzehnte hindurch auch seine Vorgänger im Amt des "Frauen-Bischofs" so empfunden hätten. Im Rahmen der Vesper wurde in der Basilika Maria Plain eine Gedenktafel enthüllt. Denn die Katholische Frauenbewegung Österreichs wurde im Jahr 1947 am Christi Himmelfahrtstag in dieser Wallfahrtskirche gegründet.