Jägerstätter: Männerbewegung: erfreut Seligsprechung
Wien, 8.6.07 (KAP) Die bevorstehende Seligsprechung des Märtyrers Franz Jägerstätter ist für die Katholische Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) Anlass zur Freude. "Im Evangelium stoßen wir immer wieder auf radikale Worte, in denen Jesus zur Nachfolge ruft. Franz Jägerstätter wurde die Gnade geschenkt, das bis zur letzten Konsequenz der Hingabe seines Lebens zu tun", stellte KMBÖ-Vorsitzender Raimund Löffelmann am Freitag fest.
Löffelmann erwartet positive Impulse vom Beispiel des neuen Seligen. Das Beispiel Jägerstätters sei nicht nur ein innerkirchliches Zeichen. Durch die volle rechtliche Rehabilitierung des Märtyrers vor einigen Jahren gelte der Mesner aus St. Radegund als Widerstandskämpfer und so als einer der Wegbereiter der 1945 wieder erstandenen Republik. Dies sei auch jüngst am 100. Jahrestag der Geburt Jägerstätters deutlich geworden, als seiner Witwe Franziska Jägerstätter eine hohe Auszeichnung der Republik verliehen wurde.
"Ein Heiliger ist wie eine Rose", so Löffelmann im Gespräch mit "Kathpress": "Wir freuen uns über die Blüte des Glaubens, die an ihm sichtbar wird. Doch mit den Dornen wird auch das Unbequeme seines Zeugnisses deutlich". Heilige seien eine Anfrage an jeden Gläubigen: "Wie ernst nehme ich das Evangelium?" Bei anderen Heiligen, deren Leben bereits weiter zurück liegt, werde dieser Stachel bisweilen nicht mehr wahrgenommen, so Löffelmann. Das radikale Leben eines Franziskus oder einer Klara von Assisi werde heute nicht mehr so kontroversiell diskutiert wie die Entscheidung Jägerstätters. Löffelmann: "Gilt der Aufruf Jesu, in letzter Konsequenz auch die Familie für das Zeugnis der Gottesherrschaft zu verlassen, nur für Einsiedler, die keine Familie haben?"
In einer österreichweit ausgeschriebenen Sternwallfahrt zum 100. Jahrestag der Geburt Jägerstätters hatte sich die Katholische Männerbewegung am 19. Mai in St. Radegund intensiv mit dem Vorbild des Märtyrers beschäftigt.