Schule: KA fordert seriöse Grundsatzdebatte
Wien, 11.6.07 (KAP) Mit einem neuen Diskussionspapier hat sich die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) aktuell in die Schuldiskussion eingebracht. Zentrales Motiv der KAÖ ist die Überzeugung, dass "bei aller formalen Chancengleichheit die Schullaufbahn von Kindern und Jugendlichen nicht wie bisher vor allem von der sozialen Situation der Eltern abhängig sein darf".
Im September 2006 hatte die KAÖ-Konferenz gefordert, jenseits von Ideologien und Einzelinteressen über eine "grundlegende Bildungsreform in Richtung einer gemeinsamen Schule der Sechs- bis 14-Jährigen" nachzudenken. Nun wurden die Motive und weiterführende Überlegungen zu einer solchen Reform publiziert und Verantwortlichen in Politik und Interessenvertretungen zugesandt.
Auch wenn nach Überzeugung der KAÖ eine gemeinsame Schule dem Anliegen nach mehr Gerechtigkeit besser entsprechen würde, sei auf alle Fälle "Qualität wichtiger als Schnelligkeit", so KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt am Montag in einer Presseaussendung. Derschmidt spricht sich für eine "gediegene, sachliche Diskussion von und mit allen Beteiligten, die das Wohl der Kinder, um die es ja eigentlich geht, im Auge behält", aus.
Die Eile, mit der in letzter Zeit unterschiedlichste Ansagen von "Feldversuchen" einander abwechselten, hält die KAÖ-Präsidentin ebenso für wenig hilfreich wie die grundsätzliche Ablehnung jeglicher Diskussion. Derschmidt: "Wir begrüßen es ausdrücklich, dass eine politische Debatte in Gang gekommen ist, haben jedoch den Eindruck, dass mit vielen beteiligten Gruppen bisher nicht aktiv das Gespräch gesucht wurde, wie z.B. die der Lehrerinnen und Lehrer an Pflicht- und Höheren Schulen oder mit Schulleitern."
Derschmidt drückt auch ihre Hoffnung aus, dass der ablehnende Beschluss des ÖVP-Vorstands vom Montag zur Gesamtschule nicht das Ende der Diskussion bedeutet, da sich die ÖVP "Modellen zur Zukunft der Schule in den Ländern" nicht grundsätzlich verweigert. Für Derschmidt ist eines deutlich: "Es braucht einen längeren Prozess der öffentlichen Bewusstseinsbildung, der nicht von heute auf morgen geschehen wird und der nicht von Parteiideologien dominiert werden darf."
Die KAÖ will auf Österreichebene wie auf Ebene der Diözesen und Bundesländer weiterhin aktiv Plattformen für entsprechende Dialoge bieten und sowohl intern als auch mit Vertretern aller beteiligten Gruppen das Gespräch führen.
Die neue Broschüre mit weiterführenden Überlegungen zu einer umfassenden Bildungsreform kann im Generalsekretariat der KAÖ angefordert (01-51552-3660) oder auf der Homepage www.kaoe.at im Bereich Dokumentation/Bildungsgerechtigkeit als Datei heruntergeladen werden.