Sieben Neupriester im Stephansdom geweiht
Wien, 13.6.07 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn weiht am Freitag, 15. Juni, um 16 Uhr im Wiener Stephansdom sieben Neupriester. Die Priesterweihe findet heuer bewusst am Herz-Jesu-Fest statt, einem Fest der göttlichen Barmherzigkeit.
Die sieben Priesteramtskandidaten haben ganz unterschiedliche Lebensgeschichten. Die meisten bringen reiche Lebenserfahrung mit. Der älteste Kandidat ist der 70-jährige Franz Kaukal; er war Zollbeamter und ist verwitwet. Er war bereits ständiger Diakon. Der 51-jährige Ignaz Hochholzer war Oberarzt im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien; sein "großer Entschluss" für das Priestertum fiel in der Begegnung mit Mutter Teresa.
Der 47-jährige Gerhard Höberth war evangelisch-lutherischer Pfarrer. Im Jahr 2005 konvertierte er gemeinsam mit seiner Frau zur katholischen Kirche. Seit Pius XII. können evangelische Geistliche, die konvertieren, in der katholischen Kirche zur Priesterweihe zugelassen werden. Im Zug der ökumenischen Bewegung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil löst die Konversion von kirchlichen Amtsträgern heute nicht mehr jene emotionalen Reaktionen aus wie ehedem.
Der 36-jährige Mario Koji Hatakayama stammt aus Sao Paulo in Brasilien. Er absolvierte ursprünglich ein Technikstudium als Maschinenbauer und entschloss sich erst als Spätberufener für das Theologiestudium. Der 35-jährige Martin Leitgöb gehört dem Redemptoristenorden an; er hat einen dreijährigen Forschungsaufenthalt in Rom absolviert. Der 32-jährige Zdzislaw Piotr Wawrzonek kommt aus Polen, er studierte Theologie und Pädagogik in Wien. Der 28-jährige Peter Ramsebner ist der jüngste der Kandidaten; er stammt aus Linz, hat aber in Wien studiert.
Vier weitere Priesterweihen
Seit Jahresbeginn gab es im Bereich der Erzdiözese Wien bereits vier weitere Priesterweihen. Erst am letzten Samstag, 9. Juni, hatte Weihbischof Helmut Krätzl, im Missionshaus St. Gabriel den 32-jährigen Johannes Herin aus Indonesien zum Priester geweiht. Herin stammt von der Insel Nunukan bei Borneo und gehört dem Orden der Steyler Missionare an. Vor sieben Jahren begann er in Österreich sein Theologiestudium. Weihbischof Krätzl sagte bei der Weihe: "Von Ihrem Leben in Indonesien her haben Sie keine Angst vor der Begegnung mit Muslimen und können diese Freiheit hier einbringen".
Am 27. April hatte der Apostolische Nuntius, Erzbischof Edmond Farhat, in der Stiftsbasilika Klosterneuburg den 40-jährigen US-Amerikaner Joseph Robert Norys zum Priester geweiht. Norys hatte jahrelang als Computerspezialist gearbeitet. Im Jahr 2000 trat er im heimatlichen Virginia ins Priesterseminar ein. Im Jahr 2002 kam er in das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg.
Am 15. April wurde der 40-jährige Zisterzienserpater Kosmas Thielmann im Wiener Neustädter Neukloster zum Priester geweiht. Thielmann stammt aus der Diözese Essen, daher vollzog der Bischof von Essen, Felix Genn, die Weihe. Thielmann war nach der Schule in das Stift Heiligenkreuz eingetreten, verließ es aber nach eineinhalb Jahren wieder. Dann studierte er Theologie, Philosophie und Medizin und promovierte in Tübingen in Moraltheologie bei Dietmar Mieth. 2003 bat er wieder um Aufnahme in das traditionsreiche Zisterzienserstift.
Am 10. Februar weihte Kardinal Christoph Schönborn den 31-jährigen Benediktiner P. Laurentius Eschlböck in der Wiener Schottenabtei zum Priester. P. Eschlböck ist ein geborener Wiener, er absolvierte seine Schulzeit im Schottengymnasium und studierte dann in Wien Theologie. Anschließend widmete er sich an der Päpstlichen Lateranuniversität dem Studium des Kirchenrechts und schloss dort "summa cum laude" ab. Seit Jänner ist er Ordinarius für Kirchenrecht an der Päpstlichen Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz.